Nach WM-Aus Brasilien feuert Trainer Dunga


Es war der Schritt, den alle erwartet hatten: Nach dem Aus der Seleção im WM-Viertelfinale gegen die Niederlande hat Brasiliens Fußballverband Trainer Carlos Dunga gefeuert. Die Suche nach einem Nachfolger bereitet allerdings Probleme.

In einer dreizeiligen Mitteilung auf seiner Homepage hat der brasilianische Fußballverband CBF gut zehn Stunden nach der Rückkehr der im WM-Viertelfinale besiegten Seleção die Entlassung von Nationaltrainer Carlos Dunga und seiner Crew bekannt gegeben. Bis Ende Juli will der CBF seinen neuen Coach vorstellen.

Kurz zuvor hatte Dunga bei der Ankunft in Porto Alegre noch verkündet, dass es in ein, zwei Wochen Gespräche über seine Zukunft gebe. Direkt nach dem Aus in Viertelfinale gegen die Niederlande war der 46-Jährige jedoch schon davon ausgegangen, dass seine Dienste nicht mehr gefragt seien. "Man wusste vom Beginn meiner Arbeit an, dass es vier Jahre sein werden", hatte der Weltmeister-Kapitän von 1994 erklärt.

Scolari und Menezes in der Diskussion

Die Suche nach einem Nachfolger wird jedoch nicht leicht werden. Luiz Felipe Scolari, Kandidat Nr. 1, hat bereits angekündigt, dass er bis Ende 2012 seinem neuen Arbeitgeber Palmeiras Sao Paulo treu bleiben will. Erst danach könne sich der Weltmeistercoach von 2002 vorstellen, eine Mannschaft mit Blick auf die WM-Endrunde 2014 zu übernehmen.

Der ebenfalls gehandelte Mano Menezes von Pokalsieger Corinthians Sao Paulo bekam vorerst von seinem Vereinspräsidenten einen Riegel vorgeschoben. "Mano hat einen Vertrag bis 2011, und es gibt keine Gespräche mit dem CBF", erklärte Klub-Boss Andres Sanchez, der als Delegationsleiter der Seleção in Südafrika dabei war.

In vier Jahren unter Dunga fuhr Brasilien 42 Siege bei nur sechs Niederlagen in 60 Spielen ein, gewann die Copa America 2007 sowie den Confed Cup 2009 und wurde Erster der südamerikanischen WM-Qualifikation. Mit der Olympia-Mannschaft holte Dunga Bronze in Peking. Die erhoffte Hexa, der sechste WM-Titelgewinn, blieb jedoch ein unerfüllter Traum.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Laserpointer: Wie Trainer und Spieler bei der WM in Südafrika unter Beschuss geraten"

mad/SID SID

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