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WM 2010: Achtelfinale Fragen und Antworten zum England-Spiel


Was passiert, wenn Schweinsteiger ausfällt? Wer spielt links in der Viererkette? Zehn Fakten zum England-Spiel, die Fans jetzt wissen müssen.
Von Klaus Bellstedt, Centurion

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bastian Schweinsteiger spielen wird?

Etwas über 60 Prozent. Schweinsteiger ist ein Beißer, der alles daran setzen wird, gegen England dabei zu sein. Nur wenn es gar nicht geht, wird er nicht auflaufen. Anders ausgedrückt: Auch mit Schmerzen wird der defensive Mittelfeld-Abräumer in der Startelf stehen. Es geht gegen England. Das muss notfalls auch mit einem Bein gehen. Dass Joachim Löw ein "großes Fragezeichen“ sieht überrascht nicht. Das kann auch taktische Gründe haben. England hat riesigen Respekt - besonders vor den Bayern-Spielern. Da will man den Gegner auch ein bisschen in Sicherheit wiegen.

Und wenn Schweinsteiger doch ausfällt?

Das wäre ein schwerer Schlag. Mit Toni Kroos müsste von Joachim Löw ein Jungspund ins kalte Wasser geworfen werden - ausgerechnet gegen England. Kroos interpretiert die 6er-Position offensiver als Schweinsteiger. Seine Stärken liegen ganz eindeutig im Offensivspiel. Darin liegt die Gefahr.

Kehrt Klose nach seiner Sperre wieder in die Startelf zurück?

Ja! Löw steht fest zu Klose. Mit Recht: Bis zu seiner Hinausstellung im Spiel gegen Serbien war es eine gute WM von Miro Klose. Cacau fällt nach seiner Verletzung als Alternative aus. Gomez oder Kießling sind Optionen für die letzten 15 Minuten, sollte das DFB-Team gegen England in Rückstand liegen.

Problemzone linke Außenbahn: Badstuber, Boateng, Jansen - wer hat derzeit die besten Karten auf einen Einsatz?

Ganz eindeutig Marcell Jansen. Hansi Flick bestätigte unter der Woche, dass ein Einsatz von ihm von Beginn an gegen Ghana vom Trainerteam bereits angedacht wurde. Jansen spielte 18 Minuten gegen Ghana - und überzeugte. Was für ihn und gegen Badstuber und Boateng spricht: Seine Qualitäten in der Vorwärtsbewegung. Das Flügelspiel lahmte zuletzt. Jansen könnte für die dringend benötigte Belebung sorgen.

Problemzone Innenverteidigung: Wird Bundestrainer Löw den zuletzt enttäuschenden Per Mertesacker aus der Mannschaft nehmen?

Nein. Auf dieser neuralgischen Position wird Löw während der WM niemals einen Wechsel vornehmen. Es sei denn eine Verletzung oder eine Sperre würden ihn dazu zwingen. Im Trainerteam gestand man Mertesacker fast schon wohlwollen zu, auch mal ein paar schwächere Spiele abzuliefern. Wohl wissend, dass sich der Abwehrchef in der Vergangenheit in großen Spielen oft genug als Turm in der Schlacht bewiesen hat.

Gibt es einen System-Wechsel?

So gut wie ausgeschlossen! Bei einem Wechsel zum 4-4-2-System müsste Löw einen zentralen Mittelfeldspieler heraus nehmen. Aber Özil ist kein Spieler, der gern Außen spielt. Der Bremer weicht zwar gerne auf die Flügel aus, hat das Spiel aber am liebsten zentral vor sich, um dann Podolksi, Klose oder Müller mit Pässen in die Tiefe zu füttern.

Gibt es vor dem Spiel im DFB-Team ein Extra-Elfmeter-Training für den Fall der Fälle?

Unwahrscheinlich! Löw weiß, dass man Elfmeterschießen nicht trainieren kann. Der Bundestrainer ist nicht böse, wenn einige Spieler nach dem Training noch ein paar Strafstöße üben. Aber es wird kein organisiertes Elfmetertraining geben.

Sollte es gegen England zu einem Elfmeterschießen kommen, wer schießt dann für Deutschland?

Schweinsteiger und Podolski sind gesetzt. Der Kölner wird trotz seines verschossenen Handelfmeters gegen Serbien wieder vom Punkt antreten. Dazu kommen wahrscheinlich Özil, Jansen und Khedira. Möglich ist auch, dass der erfahrene Friedrich Verantwortung übernimmt.

Wie sieht das Fan-Kräfteverhältnis am Sonntag im "Free State Stadium" von Bloemfontein aus?

Es wird ein Auswärtsspiel für die deutsche Nationalmannschaft. Der englische Fußball-Verband FA rechnet mit 25.000 Fans von der Insel. Das DFB-Team wird von knapp 10.000 Anhängern unterstützt. Die Arena fasst 48.000 Plätze. In der Stadt wurde das sonntägliche Alkoholverbot teilweise aufgehoben.

Wird der verletzte Kapitän Michael Ballack der Mannschaft in Bloemfontein auf der Tribüne die Daumen drücken?

Nein! Ballack wird der deutschen Fußball-Nationalmannschaft frühestens Anfang Juli wieder einen Besuch bei der WM-Endrunde in Südafrika abstatten. "Nach meinen Informationen kommt Michael zum Viertelfinale zu uns", sagte Assistenztrainer Hansi Flick im deutschen WM-Quartier vor den Toren Pretorias.


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