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GoalControl bei der WM 2014: Die Tortechnik hat ihre Bewährungsprobe bestanden

Verschiedene Aufnahmen sorgten zunächst für Verwirrung. Doch beim ersten "Techniktor" der WM-Geschichte in der Partie zwischen Frankreich und Honduras lief alles nach Plan.

Nach dem ersten "Techniktor" bei der Fußball-WM knallten bei GoalControl in Würselen keine Sektkorken. Der Großteil der Leute, die an dem Projekt arbeiteten, erlebte den sporthistorischen Moment im fernen Brasilien. Als TV-Zuschauer in seinem Hotelzimmer von Salvador hatte Dirk Broichhausen beim Duell von Frankreich mit Honduras (3:0) allen Grund zur Freude. Nach Einschätzung des GoalControl-Geschäftsführers verlief in Porto Alegre alles nach Plan - trotz der komplexen Spielszene. "Ohne den Einsatz der Torlinientechnik wäre der Treffer wahrscheinlich nicht gegeben worden", kommentierte Broichhausen stolz.

Nach einem Schuss des Franzosen Karim Benzema in der 48. Minute sprang der Ball vom rechten Innenpfosten zurück und wurde von Honduras' Schlussmann Noel Valladares unfreiwillig über die Linie befördert. Erste Anzeigen sorgten für Verwirrung: Denn zunächst wurde die Szene gezeigt, als der Ball vom Pfosten abprallte - und auf "No Goal" entschieden. Erst im Anschluss wurde die tatsächliche Situation eingespielt und der Treffer korrekt angezeigt. Verwunderlich ist das nicht: Das erstmals bei einer WM eingesetzte System zeigt alle Vorfälle an, in denen sich der Ball innerhalb von 30 Zentimetern um die Torlinie befindet.

Die Fifa erwägt nun, das Prozedere für die Videoeinspielung zu ändern. Gut möglich, dass für die weiteren WM-Spiele nur noch die Szenen präsentiert werden, bei denen auf Tor entschieden worden ist.

"Das System hat gezeigt, was es kann"

Nach Einschätzung von Broichhausen wurde dem Schiedsrichter die knifflige Entscheidung dennoch erleichtert: "Ich war natürlich sofort begeistert, wie unser System die komplexe Szene nacheinander aufgelöst hat." In erster spontaner Freude ließ er den Systembedienern im Kontrollraum per Mail ein Lob zukommen: "Das System hat gezeigt, was es kann und wofür es da ist."

In allen zwölf WM-Stadien wird das Produkt "Made in Germany" eingesetzt und soll jede fragwürdige Torsituation in weniger als einer Sekunde klären. Die Deutsche Fußball Liga hatte sich zuletzt gegen die Technologie entschieden. Doch nach dem nicht gegebenen Treffer des Dortmunders Mats Hummels im Pokal-Finale gegen den FC Bayern hatten die Münchner einen neuen Antrag zur Einführung der Torlinientechnik gestellt. Broichhausen hofft auf einen Sinneswandel bei der Vollversammlung der Vereine im Herbst: "Sicherlich tragen derartige Leistungsnachweise positiv zu der möglicherweise noch in diesem Jahr kommenden Entscheidung bei."

che/DPA / DPA

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