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WM 2018: Hummels wehrt sich gegen Kritik an seiner Kritik - und hat noch Hoffnung fürs Schweden-Spiel

Mats Hummels kritisierte nach der Niederlage gegen Mexiko das eigene Team deutlich - was ihm viele übelnahmen. Für die Kritik an der Kritik aber hat der Innenverteidiger kein Verständnis.

Mats Hummels schaut kritisch

Mats Hummels will nicht der Prügelknabe der Nation sein. Gegen Schweden wird der deutsche Innenverteidiger aber ohnehin nicht spielen können.

DPA

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss im WM-Gruppenspiel gegen Schweden vermutlich auf Innenverteidiger Mats Hummels verzichten. "Er wird sehr wahrscheinlich nicht spielen können", sagte Bundestrainer Joachim Löw in Sotschi. Der Profi vom FC Bayern München habe sich im Training am Donnerstag den Halswirbel verrenkt. Ein Einsatz in der Partie am Samstag in Sotschi mache "keinen Sinn bei ihm", sagte Löw. Als Ersatz könnte Niklas Süle in die Startelf rücken.

Hummels selbst hat sich aber noch nicht endgültig von dem Schweden-Spiel verabschiedet, wie er auf Twitter schreibt: "Habe noch Hoffnung für Morgen. Man will bei einem so wichtigen Spiel ja einfach nicht zugucken müssen."

 

Hummels' voraussichtliches Fehlen ist ärgerlich für Löw, auch wenn Süle beim FC Bayern bewiesen hat, dass er die notwendige Klasse hat, um auch bei einer Weltmeisterschaft zu bestehen. Hummels jedoch gilt als Führungsspieler, der die Mannschaft auf und abseits des Platzes anleitet.

Das hat er auch am vergangenen Sonntag versucht, als er ungewöhnlich deutlich die Leistung der eigenen Mannschaft kritisierte: "Ich verstehe nicht so ganz, warum wir so gespielt haben, obwohl wir gegen Saudi-Arabien schon einen Schuss vor den Bug bekommen haben", sagte er. Und: "Wenn sieben, acht Spieler offensiv spielen, dann ist die offensive Wucht größer als die defensive Stabilität. Ich spreche das intern oft an, aber das fruchtet anscheinend noch nicht. Unsere Absicherung steht nicht gut, es sind oft nur Jérôme und ich hinten."

"Es wird so getan, als würde ich irgendwelche Leute beleidigen"

Die Aussagen wurden in Teilen jedoch zum Bumerang, weil Hummels vorgeworfen wurde, dass öffentliche Kollegenschelte nicht förderlich sei. Nun äußerte sich der Innenverteidiger erneut - und kritisierte die Kritik an seiner Person: "Ich habe über inhaltliche Dinge gesprochen und es wird immer so getan, als würde ich irgendwelche Leute beleidigen", konterte der 29-Jährige. "Ich habe keine Lust mehr, für harmlose Sachen so in die Kritik genommen zu werden. Deswegen belasse ich es oberflächlich: Wir müssen es besser machen."

Ihm sei die grundsätzliche Diskussionskultur einfach zu hitzig geworden, ergänzte er: "Die Art und Weise der Kritik ist in den vergangenen Jahren - vielleicht auch bedingt durch Social Media - immer extremer geworden. Deshalb können wir das schon einschätzen und wissen, dass wir im Erfolgsfall vielleicht auch zu übertrieben gefeiert werden. "

Bierhoff nimmt Hummels in Schutz

Teammanager Oliver Bierhoff hatte Hummels öffentlich verteidigt: "Bei Mats weiß man, dass es nicht bösartig gemeint ist", verteidigte Teammanager Oliver Bierhoff eine der zentralen Figuren im Löw-Ensemble."

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sw / dpa

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