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WM in Russland: Darum singt Mesut Özil die Hymne nicht mit

Über Mesut Özil wird so häufig diskutiert wie wohl über keinen anderen Nationalspieler. Auch eine altbekannte Frage wird dabei wieder thematisiert: Warum singt er die Nationalhymne nicht mit? Dabei hat er dies bereits erklärt. 

Mesut Özil während der Hymne

Mesut Özil während der Hymne vor dem WM-Auftaktspiel gegen Mexiko

Getty Images

Seit ihrem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über Mesut Özil und Ilkay Gündogan gesprochen wird. Da der 29-Jährige sich im Gegensatz zu seinem Kollegen Gündogan bisher nicht öffentlich zum Treffen geäußert hat, ebbt vor allem die scharfe Kritik an Özil nicht ab. Sein schwacher Auftritt im WM-Auftaktspiel gegen Mexiko befeuerte die ohnehin negative Grundstimmung weiter - vor allem in den sozialen Netzwerken, in den Kommentarspalten wird der Mittelfeldspieler teilweise übel beleidigt.

Auch ehemalige Profis und TV-Experten melden sich regelmäßig zu Wort. In der TV-Sendung "Hart aber fair" hat beispielsweise Ex-Fußballer Mario Basler ein vernichtendes Urteil gefällt: "Ein Özil, seine Körpersprache ist die von einem toten Frosch. Das ist jämmerlich." Rekordnationalspieler Lothar Matthäus schlug in die gleiche Kerbe: "Ich habe bei Özil auf dem Platz das Gefühl, dass er sich im DFB-Trikot nicht wohlfühlt, nicht frei ist, ja fast: als ob er gar nicht mitspielen möchte. Da ist kein Herz, keine Freude, keine Leidenschaft." 

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Mesut Özil hat die Hymnenfrage beantwortet

Die harschen Aussagen der Prominenten befeuern gleichzeitig wieder die Berichterstattung über Özil, die entsprechenden Berichte werden erneut in sozialen Netzwerken geteilt, die dann zu neuen bösen Kommentaren auf Facebook und Twitter führen. Man könnte es beinahe einen Teufelskreis nennen, der nur durchbrochen werden könnte, wenn die Spieler die Antwort auf dem Platz geben können. Denn vermutlich würden die Kritiker dann sehr schnell verstummen.

Weil das bisher nicht gelungen ist, wird im Falle Mesut Özils wieder einmal über die Frage diskutiert, warum er die deutsche Nationalhymne nicht mitsingt. Seine Kritiker werfen ihm mangelnde Identifikation mit Deutschland und dessen Nationalmannschaft vor, was natürlich schon bemerkenswert ist, wenn man bedenkt, dass Özil seit vielen Jahren das deutsche Nationaltrikot trägt und sich seit 2014 auch Weltmeister nennen darf. Der Mittelfeldspieler selbst hat die Frage nach seinem fehlenden Gesang aber längst beantwortet. "Während die Hymne gespielt wird, bete ich. Und ich bin sicher, dass diese Einkehr mir und damit auch meiner Mannschaft Kraft und Zuversicht gibt, um den Sieg nach Hause zu fahren. Schon als kleiner Junge habe ich vor Spielen auf dem Fußballplatz gebetet. Und so halte ich es bis heute bei", erklärte der gebürtige Gelsenkirchener im WM-Magazin "Mission Titelverteidigung". Bereits 2017 hatte er die Frage, warum er nicht mitsingt, in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" ähnlich beantwortet.

Bei "Mission Titelverteidigung" äußerte er sich auch zu der Kritik, die ihm immer wieder wegen des Nicht-Singens der Hymne entgegen schlägt: "Ich finde es schade, wenn ich oder ein Mitspieler dafür verurteilt werde - denn ich bin sicher, dass die Leute gar nicht wissen, warum nicht jeder lauthals mitsingt." 

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vit

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