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Test gegen Österreich: Pfiffe gegen Özil und Gündogan - nur ein Wackelkandidat überzeugte

Für einige war es die letzte Chance, sich für die WM zu empfehlen. Von den potenziellen Wackelkandidaten verbesserte in Österreich nur einer seine Position. Pfiffe gab es gegen Mesut Özil und Ilkay Gündogan.

WM-Testspiel: Nach Treffen mit Erdogan: Pfeifkonzert für Özil und Gündogan

Ergebnisse sind bei Testspielen zweitrangig, wichtig sind Erkenntnisse, bekräftigte Joachim Löw vor der Partie gegen Österreich noch einmal. Erkenntnisse braucht der Bundestrainer insbesondere in der Frage, welchen vier Spielern aus dem vorläufigen Kader er am Montag die bittere Nachricht überbringen wird, dass sie nicht mit zur WM nach Russland fahren.

Aus der Startelf in Klagenfurt gelten eigentlich nur Kimmich, Hector, Gündogan, Khedira und Özil als sicher gesetzt. Mit Rüdiger, Sané, Brandt, Petersen, Süle und dem sehr lange verletzten Neuer gab Löw gleich sechs möglichen Streichkandidaten von Beginn an die Chance, sich für Russland zu empfehlen. In der zweiten Hälfte durften dann noch die Wackler Rudy, Goretzka und Gomez zeigen, was sie können.

Besonders die Eingewechselten hatten einen schweren Stand, weil die DFB-Elf nach der Pause einbrach und von Österreich teilweise regelrecht überrannt wurde. Aber auch Sané zeigte sich in Durchgang eins nicht von seiner besten Seite. Brandt deutete zart an, wozu er in der Lage ist, setzte aber in keinem Fall ein Ausrufezeichen hinter seinen Namen. Rüdiger und Süle kassierten zwei Gegentore, werden aber mutmaßlich so oder so als Backup-Innenverteidigung mit nach Russland fahren. Beide hatten diesen Status bereits vor dem Anpfiff so gut wie sicher. Der überraschend nominierte Petersen agierte nicht glücklich, konnte lediglich ein, zwei Mal gut ablegen, kam selbst jedoch kaum gefährlich vors Tor.

Manuel Neuer war gegen Österreich bereits in WM-Form

Manuel Neuer war gegen Österreich bereits in WM-Form

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Manuel Neuer in WM-würdiger Form

Das größte Fragezeichen aber stand in den vergangenen Tagen hinter Manuel Neuer. Würde er ohne Spielpraxis und nach monatelanger Pause per Kaltstart mit nach Russland fahren - noch dazu "nur als Nummer eins", wie Löw bereits betonte? Er hat auf jeden Fall alles in seiner Macht stehende dafür getan. Der viermalige Welttorhüter agierte, als sei er nie weggewesen. Neuer baute das Spiel solide von hinten auf, war oft anspielbar, zeigte keine Anzeichen von Verunsicherung - und überzeugte in seiner Kerndisziplin, dem Toreverhindern. Gleich mehrfach reagierte er stark, hielt Deutschland im Spiel. Bei den Gegentoren war er letztlich machtlos.


Wer sich darum sorgte, Neuer könnte nach so langer Pause aus dem Tritt gekommen sein, hat damit einen deutlichen Gegenbeweis geliefert bekommen. Und dem Entscheider Löw - der ohnehin zu seinem favorisierten Stammtorwart tendiert, wie er seit Tagen sanft durchblicken ließ - hat er allen Grund gegeben, ihn als Nummer eins mit nach Russland zu nehmen.

Pfiffe gegen Özil und Gündogan

Mesut Özil und Ilkay Gündogan mussten derweil bei jeder Ballberührung ein Pfeifkonzert von den Rängen über sich ergehen lassen. Grund ist das Treffen der beiden vor einiger Zeit mit dem türkischen Präsidenten Erdogan in London. Beim DFB ist das Thema offenbar abgehakt, die Fans haben den beiden noch nicht vollends verzeihen. Da half auch Özils Tor zum zwischenzeitlichen 1:0 nichts. 

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