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Nicht für das Turnier qualifiziert: Warum Fußballzwerg Usbekistan bei der WM mitfeiern kann, obwohl das Team nicht dabei ist

Fußballerisch spielt Usbekistan auf dem internationalen Parkett so gut wie keine Rolle. Zur WM in Russland schickt das Land trotzdem den Star ihres Verbandes: Schiedsrichter Rawschan Irmatow.

Rawschan Irmatow

Einer der besten Unparteiischen der Welt kommt aus Usbekistan: Rawschan Irmatow nimmt bereits an der dritten Weltmeisterschaft teil.

Getty Images

Wenn kommende Woche die Fußball-WM in Russland beginnt, können die Fans in Usbekistan jubeln, obwohl ihre Nationalmannschaft erneut nicht dabei ist. Stattdessen entsendet der Fußballverband des zentralasiatischen Landes seinen eigentlichen Star nach Russland: den 40-jährigen Schiedsrichter Rawschan Irmatow. Er gilt als einer der besten Unparteiischen der Welt.

Während sich die usbekischen Fußballer noch nie für eine WM qualifizieren konnten, ist das Turnier in Russland bereits das dritte für Irmatow. Er stand erstmals 2010 in Südafrika als jüngster Schiedsrichter auf dem Platz und leitete während dieser WM fünf Spiele - ein Rekord.

In Südafrika pfiff er auch das prestigeträchtige Eröffnungsspiel. "Der jüngste Schiedsrichter in dem Turnier zu sein und ausgewählt zu werden, um ein Spiel zu leiten, auf das die Menschen vier Jahre lang gewartet haben, war unglaublich", erinnert sich der 40-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Es fühlte sich an wie ein Traum. Ich musst mich selbst kneifen."

Der Novize machte Eindruck und wurde vier Jahre später für die WM in Brasilien nominiert. Im asiatischen Fußball war Irmatow da schon längst eine Berühmtheit. Fünf Mal wurde er zum besten Schiedsrichter der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) gewählt.

Rawschan Irmatow wurde durch Zufall Schiedsrichter

Dabei wollte Irmatow eigentlich Karriere als Fußballer machen, doch eine Verletzung beendete seine Träume. Schiedsrichter wurde er dann durch einen Zufall. Sein Vater habe damals eine Jugendmannschaft trainiert, er habe ihm dabei geholfen, erzählt der 40-Jährige. "Während eines ihrer Spiele kam der vorgesehene Schiedsrichter nicht. Mein Vater gab mir eine Pfeife und sagte: 'Mach es so gut du kannst'".

Er habe nicht mal rote und gelbe Karten gehabt, erinnert sich Irmatow. Dennoch habe es bei im "Klick" gemacht: "Ich merkte, dass ich viel Freude dabei empfand, Schiedsrichter zu sein."

In Usbekistan wurde er rasch zu einer Berühmtheit. Wo auch immer er heute in der Hauptstadt Taschkent auftaucht, bitten ihn Fans um Fotos und Autogramme. Kürzlich bei einem Spiel in Bunjodkor brach tosender Applaus los, als verkündet wurde, dass Irmatow die Partie leiten werde.

"Ein Schiri sollte nicht Mann des Spiels sein"

Auch bei der WM in Russland, wo mindestens zwei Millionen Usbeken leben, kann der Star-Unparteiische mit Unterstützung seiner Landsleute rechnen. Für Irmatow ist seine dritte WM-Teilnahme aber vor allem mit großen Anstrengungen im Vorfeld verbunden. Der Weg zur Nominierung seines Schiedsrichter-Teams sei mühsam gewesen. "Wir mussten viele Opfer bringen, bei jedem Training hart arbeiten für ein einziges Ziel: nach Russland zu kommen."

Dass viele Usbeken bei seinen Einsätzen in Russland vor Ort jubeln werden, bedeutet für Irmatow nach eigenen Worten eine "besondere Gelegenheit, unseren Unterstützern eine Freude zu machen". Trotzdem werde er alles dafür tun, damit das Scheinwerferlicht nicht auf ihn fällt.

"Ein Schiedsrichter sollte nicht auf den Platz gehen um zu versuchen, der Mann des Spiels zu sein." Es gehe ihm darum, "das Bild des Fußballs zu bewahren. Spieler würden ihn respektieren, wenn er sie vor Verletzungen schütze und den Geist des Sports hoch halte.

Die WM in Russland muss nicht Irmatows letzte sein. Eine Überraschung wäre seine Nominierung für das nächste Turnier in Katar im Jahr 2022 jedenfalls nicht.

Ob dann auch die usbekische Nationalmannschaft dabei sein wird? Das Volk liebe den Ballsport und die Regierung fördere den Fußball, sagt Irmatow. "Ich bin zuversichtlich."

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fin / AFP

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