Iraner bei der WM 2022 Der lange Arm des Regimes: Wie sich iranische Fans in Katar fühlen – und wie ihr Protest unterdrückt wird

Eine Iranerin hat sich bei der WM 2022 Bluttränen ins Gesicht geschminkt, um auf die Situation in ihrem Land aufmerksam zu machen
Eine Iranerin hat sich bei der WM 2022 Bluttränen ins Gesicht geschminkt, um auf die Situation in ihrem Land aufmerksam zu machen
© imago
Männer, die Fotos machen, Flaggen, die konfisziert werden: Der Protest iranischer Fans gegen das Regime in Teheran wird in Katar unterdrückt, offenbar mit Unterstützung des WM-Gastgebers. Nun ist der Iran ausgeschieden – und manche Fans blicken mit einem mulmigen Gefühl auf die Rückkehr in ihre Heimat. 

Etwa zwei Stunden vor Anpfiff des wohl politischsten Spiels dieser Weltmeisterschaft, der Partie des Irans gegen die USA am Dienstagabend, steigt eine junge Iranerin aus der Metro nahe des Al-Thumama-Stadions im Süden Dohas, gemeinsam mit ihrem Ehemann und dessen Schwester. Ihre Namen verschweigen sie, es ist alles schon gefährlich genug. Sie sagen, dass es kompliziert sei, ihre Gefühle zu beschreiben.  

Die junge Frau, nennen wir sie Sahar, trägt eine iranische Flagge um die Schulter, in der Mitte das Hoheitszeichen der Islamischen Republik. Lieber hätte sie eine Flagge ohne das Zeichen mitgenommen, als Protest gegen das iranische Regime. Aber Protest gegen das iranische Regime ist riskant, auch hier in Katar.  

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