VG-Wort Pixel

Repräsentative Umfrage Die meisten Deutschen wollen die WM in Katar ignorieren

Man fragt sich, was wohl ein Fußballprofi wie Sandhausens Cebio Souko über die WM in Katar denkt?
Man fragt sich, was wohl ein Fußballprofi wie Sandhausens Cebio Souko über die WM in Katar denkt? Vermutlich wird er sich einige Spiele anschauen
© Uwe Anspach / DPA
Die Deutschen scheinen sich nicht sonderlich für die Fußball-WM in Katar zu interessieren oder sehen sie kritisch: Laut einer repräsentativen Umfrage wollen 56 Prozent keine Partie sehen. Nur ein gutes Drittel will das Turnier verfolgen.

Bundestrainer Hansi Flick hat im Moment vermutlich andere Sorgen, als sich mit dem Ergebnis von Umfragen zu beschäftigen. Er will mitten in der Saison in Katar ein erfolgreiches Turnier mit der deutschen Nationalmannschaft spielen. Die Frage, ob das überhaupt jemanden in der Heimat interessiert, dürfte für ihn im Moment nur eine Nebenrolle spielen. 

Große Motivation für sein ehrgeiziges Vorhaben könnte Flick aus der jüngsten Umfrage zur WM-Stimmung sowieso nicht ziehen: Eine repräsentative Umfrage von infratest dimap hat ergeben, dass satte 56 Prozent der Deutschen kein einziges WM-Spiel sehen wollen. Bei den Frauen ist die Quote (63 Prozent) höher als unter Männern (48 Prozent).

Nur ein Drittel der Befragten will WM in Katar gucken

Nur rund ein Drittel der Befragten (35 Prozent) gab an, die WM in dem Emirat zu verfolgen. Dieses Drittel setzt sich zusammen aus 18 Prozent, die genauso viele Spiele sehen wollen wie bei anderen Turnieren. Bei 15 Prozent ist das Interesse gesunken, sie wollen weniger Spiele schauen. Zwei Prozent gaben an, mehr Partien als früher zu sehen.

Die Gründe für die ablehnende Haltung sind vielfältig. Selbstverständlich gibt es viele Menschen, die sich schlicht nicht für Fußball interessieren. Unter denjenigen, die die WM ignorieren wollen, stellen sie die Hälfte.

Viele bewerten die Menschenrechtslage kritisch

Interessanter sind die anderen Gründe für das schwache Interesse: In der Gruppe der Befragten, die weniger oder gar nichts gucken wollen, gaben 41 Prozent an, dass sie sich an der Menschenrechtslage und den schlechten Bedingungen der Gastarbeiter in Katar stören. 30 Prozent in dieser Gruppe haben ein Problem mit dem Fußball-Weltverband Fifa und der dubiosen Vergabe der WM. Nur eine kleine Minderheit stört sich am Zeitpunkt im Winter (16 Prozent) und an der fehlenden Fußball-Tradition in dem arabischen Land (11 Prozent). Die fehlende Nachhaltigkeit der vielen neu gebauten Stadien schlägt mit 20 Prozent zu Buche.

Man darf vermuten, dass die Begeisterung steigt, sobald die deutsche Elf in das Turnier startet. Sollte sie erfolgreich sein, wird das Interesse vermutlich größer werden. Dennoch wird diese WM nicht so sein wie die vergangenen Turniere, soviel ist klar.

Für die Umfrage wurden 1225 Bundesbürgerinnen und -bürger am 8. und 9. November befragt.

Quellen: "Sportschau", infratest diamap

Mehr zum Thema

Newsticker