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WM-Spielerfrauen: "Besuche waren so auf Abruf"

Lena Borowski und Petra Frings sind die Ehefrauen der WM-Helden Torsten Frings und Tim Borowski. Im neuen stern sprechen sie über spontane Familientreffen während der WM und ihr Erstaunen über Klinsmanns Wortschatz.

Die besseren Hälften unserer Helden hatten's nicht immer leicht. Die Spielerfrauen Lena Borowski und Petra Frings sprechen im aktuellen stern über das Besondere an ihren Männern, den langen WM-Sommer und die Team-Arbeit von Jürgen Klinsmann - ein Auszug:

Borowski: Die Männer haben zwar was aus der Kabine erzählt, aber als ich dann den Film gesehen habe, "Deutschland. Ein Sommermärchen", dachte ich: Wow! Hätte ich Klinsmann nicht zugetraut, dass er so mit denen redet.

Ziemlich schlicht eigentlich: "Die hauen wir weg!", "Hier brennt der Baum!", "Geil. Geil. Affengeil."

Borowski: Aber hat doch was gebracht!

Wenn eine Mannschaft so was Männerbündisches hat, ganz geschlossen, wahnsinnig verschworen - was heißt das dann für die Frau? Muss man den Mann komplett abgeben an Jürgen Klinsmann und bekommt einen anderen zurück?

Frings: Nein, wir durften die Männer ja zwischendurch besuchen. Aber das war so auf Abruf. Die meldeten sich: "Wir haben jetzt frei", und fünf Minuten später saßen wir im Auto und sind von Bremen nach Berlin gefahren.

Schön mit Deutschland-Fähnchen am Fenster?

Frings: Na klar! Manchmal sind wir morgens hin, mitten in der Nacht zurück und dann zwei Tage später wieder hin. Ich habe die Koffer eigentlich nie richtig ausgepackt zu Hause. Meine Kinder …

... Ihre Töchter Lisa und Lena, fünf und drei …

Frings: ... haben nach dem Schweden-Spiel gesagt: "Mama, wir wollen zu Hause bleiben. Wir wollen nicht mehr ins Hotel." Bei den Männern gefiel's ihnen, aber die Tage, die wir in einem anderen Hotel wohnen mussten - soll man da den ganzen Tag mit den Kindern durch die Stadt laufen? Ich habe sie dann hier gelassen, und meine Mutter war bei ihnen.

Nach dem Sieg im Viertelfinale gegen Argentinien gab es diesen Tumult auf dem Rasen ...

Borowski: ... hören Sie auf! Ich dachte nur: Geht da weg! Lasst das sein! Das passte einfach nicht zu dem Spiel. Es war so geil, das Elfmeterschießen, alle freuten sich - und plötzlich prügelten die sich. Ganz seltsam.

Frau Frings, Ihr Mann wurde daraufhin für das Halbfinale gegen Italien gesperrt. Was macht man da als Gattin?

Frings: Mitleiden. Viel mehr nicht. Torsten macht so was mit sich selber aus. Da lasse ich ihn eher in Ruhe. Wenn er will, dann reden wir, aber anzurufen und zu sagen: Hey, das wird schon wieder - das kann man sich sparen.

Interview: Ulrike von Bülow, Jochen Siemens

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