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WM-Vergabe nach Katar: Britische Presse Schuld an Englands WM-Aus

Das Fußball-Mutterland England hat bei der Vergabe der WM 2018 offenbar für die Enthüllungen britischer Journalisten über Bestechlichkeit von Mitgliedern im Fifa-Exekutivkomitee büßen müssen. Das behauptet ein Mitglied in der "Regierung" des Weltfußballs.

Britische Medienberichte über Bestechungsvorwürfe haben nach Ansicht des japanischen FIFA- Exekutivmitglieds Junji Ogura beim Scheitern Englands im Kampf um die Fußball-WM 2018 eine Rolle gespielt. "Was ich sagen kann ist, dass die Berichte definitiv einen Einfluss auf Englands Bewerbung hatten. Daran gibt es keinen Zweifel", wird der Japaner am Dienstag von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert.

Einige Exekutivmitglieder im Fußball-Weltverband FIFA, meinte Ogura, hätten hinter den Berichten Rassismus gesehen. Ogura war eines von 22 stimmberichtigten Exekutivmitgliedern. Russland erhielt den Zuschlag für die Fußball-WM 2018.

Mitte November waren die Exekutivmitglieder Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) suspendiert worden, weil sie ihre Stimme zum Kauf angeboten haben sollen. Afrikanische Exekutivmitglieder seien über die Berichterstattung der britischen Zeitung "Sunday Times" erbost gewesen, wurde Ogura zitiert. Es sei sogar eine Klage gegen das Blatt erwogen worden.

Die BBC hatte zudem über Bestechungsvorwürfe gegen die Exekutivmitglieder Ricardo Texeira (Brasilien), Nicolás Leoz (Paraguay) und Issa Hayatou (Kamerun) berichtet. Das Trio wies diese zurück. Die FIFA erklärte den Fall aus den 90er Jahren für "gegenstandslos" und erledigt. Ogura, dem nach eigenen Aussagen keine Bestechungsgelder angeboten worden waren, meinte, dass es keine Beweise gebe und er nichts Genaues wisse.

Für Australien, einer der gescheiterten Bewerber um die WM- Endrunde 2022, sei es "ein grundlegender Fehler gewesen, dass wir sauber gespielt" haben. Diese Auffassung vertrat Peter Hargitay, der als Experte zum australischen Bewerbungskomitee gehörte, in einem Interview des TV-Senders SBS. Hargitay war früher auch ein Berater von FIFA-Präsident Joseph Blatter. Als WM-Ausrichter 2022 hatte sich überraschend Katar durchgesetzt.

kbe/DPA

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