Zerwürfnis Bayer schmeißt Nowotny raus


Neun Jahre hat Jens Nowotny für Bayer Leverkusen gespielt und in 320 Spielen elf Tore geschossen - auch wenn er nicht dafür bezahlt wurde. Nun haben sich der Verteidiger und der Verein überworfen. Künftig wird er nicht mehr für den Bundesligisten spielen.

Nach neun Jahren ist das Tischtuch zwischen Fußball-Profi Jens Nowotny und Bayer 04 Leverkusen endgültig zerschnitten. Wie der Geschäftsführer des Fußball-Bundesligisten, Wolfgang Holzhäuser, am Dienstagabend mitteilte, wird der 31 Jahre alte Abwehrspieler ab sofort nicht mehr für den Verein spielen. Grund seien die von Nowotny und dessen Beraterfirma GTS gegen den Verein angestrengten Klagen. Es sei "kein Vertrauensverhältnis" zwischen Bayer 04 und Nowotny mehr vorhanden, daher bestehe für die Zukunft keine "gemeinsame Basis", hieß es in der Presseerklärung.

"Eine weitere Zusammenarbeit ist nicht mehr möglich, weil Jens Nowotny entgegen seiner schriftlichen Aussage, die Klage auf Lohnfortzahlung zurückzunehmen und auf sämtliche Forderungen zu verzichten, dennoch mit dem Verein vor Gericht gegangen ist", begründete Holzhäuser die Ausgrenzung des ehemaligen Nationalspielers.

Die Entscheidung bedeutet für Nowotny, dass er weiterhin am Trainingsbetrieb der Elf von Interimscoach Rudi Völler teilnehmen darf und auch jegliche medizinische Betreuung erhält. Am Spielbetrieb und den Mannschaftssitzungen wird der Profi, der nach seinem vierten Kreuzbandriss in dieser Saison noch kein Spiel bestritten hat, jedoch nicht mehr teilnehmen können. Er erhält weiterhin seine vertraglich zugesagten Bezüge.

Nowotny kam 1996 vom Karlsruher SC nach Leverkusen und absolvierte insgesamt 320 Bundesligaspiele (11 Tore). Zum Bruch zwischen ihm und der Leverkusener Führung war es gekommen, weil der lange verletzte Spieler beim Arbeitsgericht Solingen auf Lohnfortzahlung über die gesetzliche Frist von sechs Wochen hinaus geklagt hatte. Die Klage war vor zwei Wochen abgewiesen worden. Zudem ist eine weitere Klage anhängig, in der es um die Versteuerung eines Handgeldes von rund 20 Millionen Mark geht. Die Verhandlung ist für Ende Oktober anberaumt.

DPA DPA

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