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Zinedine Zidane: Ein Weltstar am Ende seiner Kräfte

Zinedine Zidane kann nicht mehr: Wegen heftiger Schmerzen musste "Zizou" das Training bei Real Madrid abbrechen. Schon seit Wochen sucht der schwächelnde Franzose nach seiner Form.

"Es geht einfach nicht mehr. Ich habe zu viele Schmerzen." Mit diesen Worten brach Zinedine Zidane in dieser Woche das Training bei seinem Club Real Madrid ab. Der Spielmacher des spanischen Rekordmeisters und der französischen Nationalelf wird wahrscheinlich mehrere Wochen pausieren. Schon seit Saisonbeginn plagte sich der Weltfußballer der Jahre 1998, 2000 und 2003 mit Verletzungen herum. Und wenn er mal spielte, präsentierte er sich zumeist in so schwacher Form, dass er kaum wiederzuerkennen war.

Was ist los mit Zidane, dem Grandseigneur des Fußballs? Die Fußballwelt ist in Sorge um einen der größten Spieler der vergangenen Jahre, der mit seinem eleganten Stil auch solche Zuschauer zu begeistern vermochte, die sonst für diesen Sport nicht so viel übrig haben. "Zidane ist mit den Kräften am Ende, seine Zeit ist abgelaufen", meinen Kommentatoren in Spanien. Schon im vorigen Sommer wollte der 33-jährige Franzose, so berichtet das Sportblatt "Marca", die Stiefel an den Nagel hängen. Er habe Real-Präsident Florentino Pérez gebeten, seinen bis 2007 laufenden Vertrag vorzeitig aufzulösen. Der Clubchef habe "Zizou" aber überredet weiterzumachen.

Erstmals Pfiffe für den Superstar

Zidane muss mit seinen Kräften haushalten. Dennoch entschied er sich im Sommer zur Rückkehr in die französische Nationalelf, von der er ein Jahr zuvor Abschied genommen hatte. Seither bestritt er kaum ein Spiel mehr über 90 Minuten. In fünf von neun Ligapartien fehlte er verletzt, in den übrigen wurde er ein- oder ausgewechselt, war aber zumeist nur ein Schatten seiner selbst. Am vorigen Wochenende gab es im Bernabéu-Stadion erstmals Pfiffe für ihn.

"Er hat keine konkrete Verletzung", befand "Marca". "Er hat Beschwerden." Der Franzose wird wahrscheinlich bei den Länderspielen gegen Costa Rica und Deutschland im November fehlen. Real hofft, ihn im Schlagerspiel am 19. November gegen den Erzrivalen FC Barcelona wieder aufbieten zu können.

"Zidane ist nicht am Ende"

Zidane war 2001 für eine Ablösesumme von etwa 78 Millionen Euro als teuerster Spieler der Fußballgeschichte von Juventus Turin nach Madrid gewechselt. Der Rekord hat bis heute Bestand. 2002 schoss Zidane die "Königlichen" im Finale gegen Bayer Leverkusen zum Gewinn der Champions League. Seither zeigte seine Leistungskurve eher bergab. "Zidane ist nicht am Ende", versichert Real-Trainer Vanderlei Luxemburgo. "Er steckt in einer schwierigen Phase, aber er wird zurückkommen." Seine Teamkameraden gehen laut "Marca" davon aus, dass er nach der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland seine Profi- Karriere definitiv beenden wird.

DPA / DPA

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