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H. Sarpei: "Schwarzer Humor und ...": Game, Set – Korruption

Das Tennis hat jüngsten Enthüllungen zufolge ein massives Problem mit systematischem Wettbetrug. stern-Stimme Hans Sarpei aber will nicht hinnehmen, dass wenige Spieler die Sportart derart in den Dreck ziehen. Plädoyer eines bekennenden Fans.

Tennis: Zuschauer bei den vom Wettskandal überschatteten Australian Open

Dunkle Gestalten im Tennis: Berichte über systematischen Wettbetrug überschatten derzeit die Australian Open in Melbourne

Nach Radsport, Fußball und Leichtathletik hat nun auch der sogenannte weiße Sport seine Unschuld verloren: Berichten von "BBC" und "BuzzFeed" zufolge wurden in den vergangenen Jahren Tennisspiele auf höchstem Niveau massiv und systematisch manipuliert. So verloren angeblich 16 Spieler des ATP-Zirkus regelmäßig absichtlich Spiele, bei denen hohe Wettquoten und -einsätze im Spiel waren. 

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung nutzt einmal mehr die Vorberichterstattung eines sportlichen Höhepunkts: der Australian Open. Der PR-Aufschlag war minutiös geplant vor dem ersten Tennis-Aufschlag beim ersten Grand Slam des Jahres. Und er wirft erneut einen dunklen Schatten auf den Profisport, der sich gerade von den Vorfällen in 2015 erholen wollte.

Tennis verdient mehr Aufmerksamkeit

Als Ex-Profisportler macht es mich wütend und traurig zugleich, mit anzusehen, wie Zuschauer, Fans und Sponsoren wissentlich von wenigen Manipulatoren hintergangen werden. Wie vermeintliche Sportler sich in den Dienst von Korruption stellen, indem sie Spiele absichtlich verlieren.

Mit 1,4 Millionen Mitgliedern ist der Deutsche Tennis-Bund der größte Tennisverband der Welt und Tennis damit auch 2016 die drittgrößte Sportart Deutschlands. Die neuen Anschuldigungen sind ein Angriff auf die Millionen Tennis-Interessierten hierzulande, die sich nichts sehnlicher wünschen als ein Comeback ihrer Sportart. Einer Sportart, die durch die Erfolge der Frauen längst wieder mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Duelle im Tennis – die Reinform sportlichen Wettbewerbs

Trotz der Manipulationen freue ich mich auf die Australian Open, denn Tennis ist ein einfaches Spiel, dessen Regeln wir alle kennen und dessen Spannung uns alle begeistern kann. Es ist ein Sport, der uns in der Sofa-Ecke sitzend eine Becker-Faust machen ließ. Es ist ein Sport, für den wir wissentlich Modesünden in Form von Andre-Agassi-Outfits in Kauf genommen haben. Es ist ein Sport, der Duelle - die Reinform von sportlichem Wettbewerb - zeigt, und uns nachts mehr als einmal dazu bewegte, das warme Bett gegen den TV-Sessel zu tauschen. 

Ich jedenfalls gehe jetzt erst einmal in den Keller und suche mein altes Schweißband, meine Stefan-Edberg-Tasche und mein Boris-Becker-Racket. Ich bin bereit, wenn der Tennis neue Schläger im Kampf gegen den Betrug braucht! Ich bin bereit für den Return dieser tollen Sportart!

Lasst uns gemeinsam gegen Manipulation im Sport aufstehen und wieder aufschlagen.

Euch allen eine Doppelfehler-freie Woche!

Euer Hans

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