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Handball-Schlappe: "Jetzt kommt das Spiel unseres Lebens"

Eine grosse deutsche Gold-Hoffnung schwächelt weiter: Die Handballer verloren überraschend auch das letzte Vorrundenspiel gegen Frankreich mit 22:27. Jetzt droht ein Viertelfinale gegen "Angstgegner" Spanien.

Ohne "Kanonier" Pascal Hens war die französische Bastion nicht einzunehmen. Im Beisein von Bundesinnenminister Otto Schily musste Gold-Favorit Deutschland am Sonntag bei den Olympischen Spielen mit dem 22:27 (12:11) gegen den zweimaligen Handball- Weltmeister Frankreich die zweite Niederlage innerhalb von 48 Stunden hinnehmen. Die Quittung könnte ein erneutes Aufeinandertreffen mit "Angstgegner" Spanien im Viertelfinale am Dienstag werden. Die Iberer stoppten Kretzschmar und Co. bereits vor vier Jahren in Sydney.

Die Spieler gaben sich nach der Pleite nach außen betont gelassen. "Wir sind im Viertelfinale, nur das zählt. Jetzt kommt am Dienstag das Spiel des Jahres, das Spiel unseres Lebens. Da müssen wir zu unserer Aggressivität in der Abwehr zurückfinden. Dann ist wieder alles möglich", sagte Steffen Kretzschmar.

Gegen die abwehrstärkste Mannschaft der Welt (3:2:1-Deckung) fand das deutsche Team, das zunächst ohne Kretzschmar begann, nie zu Ihrem Rhythmus. Nur Einzelaktionen brachten zunächst Erfolg. Am Anfang gingen die deutschen Handballer mit 8:7 in Führung. Zu viele Fehlwürfe und Pfostentreffer verhinderten ein deutliches Absetzen bis zur Pause.

Torjäher Hens fehlte an allen Ecken und Enden. "Uns bleibt so etwas bei großen Turnieren einfach nicht erspart", klagte Schwarzer, der gemeinsam mit Florian Kehrmann mit fünf Toren bester deutscher Werfer war, mit Hinweis auf den am Rücken verletzten Rückraumschützen.

Nach dem Wechsel ging die «Abwehrschlacht» resolut weiter. Der von der 40. Minute an ins Spiel gekommene und von Freundin Franziska van Almsick angefeuerte Kretzschmar gab seinen Einstand mit einem Kempa- Trick zum 16:15. Danach stellte Trainer Brand Christian Ramota für den lange starken Fritz ins Tor. Doch die Franzosen mit den Bundesliga-Legionären Guillaume und Bertrand Gille (Hamburg), Cedric Burdet (Gummersbach) sowie dem Magdeburger Joel Abati trafen fast nach Belieben und schafften innerhalb von sechs Minuten erstmals ein Drei-Tore-Polster (20:17/46.). Mit dem 23:18 sorgte Daniel Narcisse zehn Minuten vor Abpfiff für die Vorentscheidung. Da half auch die Wiederhereinnahme von Keeper Fritz nichts. «Wir haben, anders als die Franzosen, das robuste Spiel nicht 60 Minuten durchgehalten», analysierte Baur.

Frank Kastner und Thomas Prüfer, DPA / DPA

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