HOME

Stern Logo Athen 2004

Protest: Kein Bush-Wahlkampf mit Olympia

Ein Wahlkampfspot von US-Präsident George W. Bush mit olympischen Motiven verärgert das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC). Das Komitee fordert, den Olympia-Spot sofort zu stoppen.

In dem Spot werden ein Schwimmer und die Fahnen von Afghanistan und dem Irak gezeigt. Zu den Bildern sagt ein Sprecher: "1972 gab es 40 Demokratien in der Welt. Heute sind es 120. Freiheit verbreitet sich in der Welt wie ein Sonnenaufgang. Und bei diesen Olympischen Spielen gibt es zwei freie Nationen mehr. Und zwei Terroristen-Regime weniger."

Verstoß gegen die Nutzungsrechte

Der Werbefilm verstößt nach USOC-Ansicht gegen die exklusiven Nutzungsrechte an den Begriffen "Olympia" und "Olympische Spiele" sowie dem Symbol der Olympischen Ringe. Diese seien weltweit für das Internationale Olympische Komitee (IOC) und in den USA für das USOC geschützt. Ein im Jahr 1999 erneuerter Beschluss des US-Kongress verbietet dem NOK alle politischen Aktivitäten und die Unterstützung von Kandidaten, die sich um ein öffentliches Amt bewerben.

Während der Spiele in Athen hatten sich bereits einige Fußballer aus dem Irak über eine Vereinnahmung ihrer Erfolge durch die US- Regierung beklagt. "Man kann von uns nicht als einem Freiheitssymbol sprechen. Schließlich sind wir einer Besatzungsmacht unterworfen", sagte Trainer Adnan Hamad. Von den Spielern hatte Salih Sadir in dem US-Blatt "Sports Illustrated" gesagt: "Bush soll die Reklame für sich selbst auf andere Weise machen. Wir wünschen keine amerikanischen Truppen in unserem Land." Der Irak spielt am Freitag gegen Italien um die Bronzemedaille.

DPA

Wissenscommunity