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Als Journalist in Peking: "Open the door, fast!"

Olympia in Peking - der Traum von einer guten Welt. Alle Gäste sind willkommen, die Welt zu Gast in China. Leider nur auf den ersten Blick. Abseits des Sports ergibt sich ein anderes Bild. stern.de-Reporter Jens Fischer erlebte das am eigenen Leib, er wurde Opfer einer nächtlichen Hotelrazzia. Ein Erlebnisbericht, der Angst macht.

Ich war einfach nur müde. Den ganzen Tag war ich in Peking unterwegs, von einer Sportveranstaltung zur anderen, von einer Geschichte zur nächsten. Habe geschrieben, recherchiert und telefoniert. Als ich spät abends in meinem Hotel ankam, war ich glücklich, ein Bier zu trinken und zu schlafen. Ruhe finden. Kraft tanken für den nächsten Tag.

Um ein Uhr nachts plötzlich Lärm im Gang vor meinem Zimmer. Laute, aggressive Kommandorufe, hektisches Gerede, Stimmlagen, die mich erschaudern ließen. Überall wildes Klopfen an den Hotelzimmern, ganz offenbar wurde kein einziges ausgelassen. Dann waren sie bei mir. Noch war ich entspannt, wusste nicht, was mich erwartet, hatte keine Ahnung, wer da war. Plötzlich klopft es auch an meiner Tür. Von draußen dröhnt es durch die Tür: "Open the door! Fast! Open the door!"

Völlig konsterniert tat ich, was befohlen wurde und öffnete die Tür. Da war es also, das andere China, das China, vor dem sich die Welt im Vorfeld der Olympischen Spiele so gefürchtet hatte. Sechs Polizisten programmiert auf Kontrolle und Macht. Einer der sechs unfreundlichen Herren sprach mich an: "What are you doing here? Show your passport." Ich war geschockt. Noch nie in meinem Leben hatte ich den Nachweis meiner Identität so schnell zur Hand wie in diesem für mich so schockierenden Moment.

Gefühlt dauerte es Ewigkeiten, bis einer der Polizisten meinen Pass öffnete und sich meinen Daten widmete. Selten in meinem Leben hatte ich solche Angst. Beim Schreiben dieser Zeilen ist sie wieder da, meine Hände zittern, ähnlich wie in der vergangenen Nacht. Ob ich allein sei, wurde ich gelöchert. Immer wieder schweiften die prüfenden Blicke in mein Zimmer, hinein in den Ort, wo man sich auf Reisen sicher und zu Hause fühlt. Ja, ich bin allein, "I'm a Journalist", versuchte ich der chinesischen Staatsmacht klar zu machen. Schnell holte ich noch meine Akkreditierung und zeigte sie ihnen. Ein guter Gedanke, freundlicher wurden sie dadurch freilich nicht. Ich versuchte ruhig zu bleiben. Was haben sie vor? Was machen sie mit mir? Hatte ich mir etwas zu Schulden kommen lassen? Innerlich kam bei mir Panik auf. Hoffentlich nehmen sie mich nicht mit, was soll das Ganze.

Meine Daten wurden notiert, ihre Blicke durchbohrten mich. Nach etwa 15 Minuten hatte der ganze Spuk ein Ende. Pass und Akkreditierung wurden mir wieder ausgehändigt, die Staatsmacht zog von dannen. Als ich die Tür meines Hotelzimmers hinter mir zuzog, war ich wie versteinert. Ich konnte das Geschehene nicht fassen. Draussen war Gelächter zu hören, ganz offensichtlich waren sie zufrieden mit ihrer Arbeit.

Das also ist China eine halbe Stunde Taxifahrt entfernt von Olympia. In einem Hotel abseits der Harmonie-Zone, dort wo das normale Volk zu Hause ist. Dort wo keine Fernsehkameras surren, dort wo die chinesische Polizei unbemerkt schalten und walten kann. Eine Welt, ein Albtraum. Am nächsten Tag erfuhr ich an der Rezeption, dass es in dieser Nacht nicht um mich ging. Die sechs Schergen interessierten sich für jeden, sämtliche Bewohner meines Hotels wurden aufgeschreckt, durchleuchtet, zum Opfer von Willkür und Spitzelei. Dies sei durchaus üblich, erklärte mir eine Hotelangestellte mit ihrer Tonband-Stimme. Das käme öfter vor, eine ganz normale Kontrolle. Mir macht so etwas Angst und weckt böse Erinnerungen. An dunkle Zeiten der Geschichte, als privates Leben keine Rolle spielte, als Menschen degradiert wurden zu öffentlichem Eigentum, ohne eigene Rechte. Als man noch aufpassen musste, mit wem und worüber man spricht.

Dieses China gibt es also auch. Nicht nur die frohe, offene und harmonische Gesellschaft, das menschliche und funktionierende System, das der Welt in diesen Tagen präsentiert werden soll. Da sind die vielen Tausend Volunteers, die freundlich und als Gruß-Maschinen das Olympia-Areal bevölkern. Denen man klar gemacht hat, wie die Gäste aus der ganzen Welt zu behandeln seien. Die einem festen Auftrag folgend, alles tun, das Bild einer Gesellschaft zu verkörpern, die auf Menschlichkeit und auf Miteinander fußt. Wo man sich hilft, wo man sich auf seine Gäste freut. Den Prototyp einer besseren Welt zu schaffen - das scheint hier das alles umfassende Ziel zu sein.

Polizisten, Armee und Geheimagenten wurde indes eine andere Software aufgespielt. Das Einmaleins der Überwachung, der Kontrolle, der Bespitzelung. Das dieses System nach wie vor perfekt funktioniert, das ist mir seit der letzten Nacht bewusst.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(