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DFB-Fauen: Auftakt zur "Mission Gold"

Es kommt knüppeldick für die deutschen Fußball-Frauen. Gleich zu Beginn des olympischen Turniers wartet mit Brasilien der Gegner des WM-Finales auf die DFB-Elf. Doch das Selbstbewusstsein ist groß beim Team von Trainerin Silvia Neid. Probleme bereitet allein das Wetter - und die Verletzung einer Leistungsträgerin

Beim heißen Auftakt der olympischen "Gold- Mission" erwartet Deutschlands Fußball-Weltmeisterinnen eine Hitze- Schlacht gegen den WM-Zweiten Brasilien. Während sich die Kickerinnen vom Zuckerhut mit ausgelassenen Samba-Tänzen auf die morgige Neuauflage des WM-Endspiels in Shenyang vorbereiteten, absolvierte das Team von Bundestrainerin Silvia Neid 24 Stunden vor dem Anpfiff nur ein leichtes Balltraining. "Das Wetter ist belastend und sehr grenzwertig. Wir sind zwar fit und ausgeruht, aber auf solche Verhältnisse konnten wir uns als Europäerinnen kaum einstellen", sagte Neid.

Das Selbstbewusstsein ist riesig

Trotz der ungewohnten klimatischen Bedingungen strotzt die DFB- Auswahl vor Selbstbewusstsein. "Mir ist es wurscht, dass wir gegen Brasilien spielen. Unser Ziel ist die Goldmedaille, dafür müssen wir jedes Spiel gewinnen", erklärte Kapitän Birgit Prinz. Die Bundestrainerin befürchtet in der wegweisenden Auftaktpartie der Gruppe F allerdings konditionelle Probleme ihrer Mannschaft. "Wir sind gut gerüstet, aber in der zweiten Halbzeit werden die Beine sicherlich müde. Die frühe Anstoßzeit kommt uns nicht gelegen", sagte Neid. Am Dienstag zeigte die Quecksilbersäule in der etwa 700 Kilometer von Peking entfernten 5-Millionen-Stadt im Nordosten Chinas 31 Grad.

Als Ausrede will Neid dies jedoch nicht gelten lassen. "Wir müssen schon im ersten Spiel zu 1000 Prozent da sein, wenn wir einen guten Turnierstart hinlegen wollen. Und das wollen wir. Wir wollen drei Punkte", sagte sie. Ihre Startformation hat sie bereits im Kopf, die Taktik gegen die offensivstarken Brasilianerinnen steht. Besonders motivieren muss sie die Mannschaft nicht. "Wir hätten gerne gegen einen etwas leichteren Gegner begonnen, aber wir können es nicht ändern", sagte Prinz.

Ausfall von Conny Pohlers

Als Sturmpartnerin der Rekordnationalspielerin ist deren Frankfurter Vereinskollegin Sandra Smisek gesetzt, nachdem Conny Pohlers wegen einer Reizung im rechten Kniegelenk ausfällt. "Sie hat eine Spritze bekommen und wird nicht spielen", sagte Neid. So kommt Smisek im Alter von 31 Jahren zu ihrer Olympia-Premiere. "Das ist etwas ganz Besonderes, denn die bisherigen Turniere habe ich aus verschiedenen Gründen immer verpasst. Ich freue mich auf meine ersten Olympischen Spiele", sagte die Welt- und Europameisterin.

Wie ihre Teamkolleginnen fiebert sie dem Auftakt entgegen. "Brasilien ist schon ein anderes Kaliber als Argentinien bei der WM. Wir sind alle ein bisschen aufgeregt", sagte Smisek. Das erste Spiel sei zwar sehr wichtig, entscheide aber nicht über den Ausgang der "Operation Gold". Smisek: "Selbst wenn es schiefgehen sollte, heißt das nicht, dass wir scheitern."

DPA / DPA

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