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Olympia 2008: Mountainbikerin Spitz rast zu Gold

Das deutsche Olympiateam ist mit einer Goldmedaille in den vorletzten Wettkampftag gestartet: Sabine Spitz triumphierte im Cross-Country-Rennen der Mountainbikerinnen. Auf dem Weg zu Edelmetall musste sie allerdings eine Schrecksekunde überstehen.

Sabine Spitz hat nach einem Gala-Auftritt im Gelände den olympischen Thron bestiegen. Die Vize-Weltmeisterin holte sich im olympischen Mountainbike-Rennen überlegen die Goldmedaille und bescherte Deutschland damit am vorletzten Tag der Spiele in Peking die 15. Goldmedaille. Die 36-Jährige siegte nach sechs Runden und 27 km mit einem Vorsprung von 41 Sekunden vor der Polin Maja Wloszczowska sowie der Russin Irina Kalentjewa (1:17 Minuten zurück).

Eine Schrecksekunde gab es kurz vor Schluss, als Spitz stürzte und einige Sekunden einbüßte. "Wenn man sich den Jahresverlauf ansieht, war der Olympiasieg nicht so überraschend. Überraschend war aber, wie souverän und mental stark sie das Rennen gewonnen hat. Sabine ist eine würdige Olympiasiegerin", sagte Bundestrainer Frank Brückner.

Sensationelles Jahr

Für Spitz, die vor vier Jahren in Athen die Bronzemedaille gewonnen hatte, war der Triumph von Peking der größte Erfolg ihrer Karriere und zugleich die Krönung eines sensationellen Jahres. Im Mai hatte sie sich den EM-Titel in St. Wendel geholt, danach folgten zweite Plätze bei der WM in Val di Sole sowie bei der Langstrecken-WM in den Dolomiten. Nebenbei wurde sie noch zum siebten Mal deutsche Meisterin und eroberte die Führung in der Weltrangliste.

Auf dem Cross-Country-Kurs im Pekinger Vorort Laoshan stellte sie dementsprechend ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis. Bereits kurz nach dem Start übernahm sie die Führung und baute den Vorsprung kontinuierlich aus. Nach zwei Runden lag sie bereits 53 Sekunden vor der Polin Maja Wloszczowska. Zwei ihrer größten Rivalinnen, Weltmeisterin Margarita Fullana (Spanien) und die Athen-Zweite Marie-Helene Premont (Kanada), schieden bereits in der dritten und vierten Runde aus.

Versöhnlicher Abschluss für deutsche Radfahrer

Erwartungsgemäß keine Rolle spielte Adelheid Morath (Freiburg) als zweite deutsche Starterin. Der deutschen Ausnahmeathletin Spitz spielten dagegen die Bedingungen perfekt in die Karten. Nachdem das Rennen wegen der Regenfälle am Donnerstag um einen Tag verschoben werden musste, herrschte am Samstagmorgen Temperaturen um 30 Grad. Dazu war der extrem anspruchsvolle Kurs wie geschaffen für Spitz.

Damit gab es für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) zum Abschluss doch noch ein goldenes Happyend. Nachdem die deutschen Fahrer auf der Straße ein Debakel erlebt hatten und die Bahnfahrer mit Silber im Punktefahren (Roger Kluge) und Bronze Teamsprint im Rahmen ihrer Möglichkeiten geblieben waren, gab es schließlich durch Spitz die dritte Medaille. Das ursprünglich von BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer ausgegebene Ziel von fünf Medaillen wurde allerdings verfehlt.

DPA/SID / DPA

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