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Ertls Olympia-Tagebuch: Skicross? Mehr davon!

Skicross ist spektakulär. Den Zuschauern stockt bei Tacklings und Sprüngen auf der Kanal-Piste der Atem. Gerade deshalb ist es so beliebt. Auch stern.de-Kolumnistin Martina Ertl hat Lust auf mehr bekommen.

Als ich zum ersten Mal den Ausdruck "Ski -Cross" hörte, assoziierte ich eher "Motorräder auf Eis" als eine olympische Sportart. Zugegeben war ich am Anfang sehr skeptisch und ich als "klassische Alpinistin" hatte mehr als ein Fragezeichen im Gesicht, ob ein solcher Wettbewerb in das olympische Programm aufgenommen werden sollte.

Auch der Insider-Klatsch erging sich in hämischen Hinweisen, dass alle Alpinisten, die nicht mehr im Weltcup mithalten könnten, eine Zweitkarriere im Ski-Cross starten würden. Entsprechend eingestimmt habe ich mit dann die Wettbewerbe angeschaut und war… angenehm überrascht!

Eine mit künstlichen Hindernissen angereicherte Piste wird im Wettkampf Mann gegen Mann, Frau gegen Frau abgefahren. Technisch waren diese Aufgaben äußerst anspruchsvoll und den Athleten wurde auch konditionell gerade im Hinblick auf die weiten Sprünge sehr viel abverlangt. Die Besonderheit ist dann das direkte Duell der vier Athleten auf der Strecke, die diesen von Renntaktik bis Koordinationsvermögen so ziemlich alles abverlangt. Überholmanöver wie auf einer Formel-1-Strecke waren keine Seltenheit und den einen oder anderen Crash bekam man auch zu sehen. Eiskanalähnliche Passagen wechselten mit wahren Sprungschanzen ab, die Kameraführungen der TV-Sender ermöglichten zudem spektakuläre Sichtweisen.

Vor diesem Hintergrund ziehe ich meinen Hut vor Martin Fiala und meiner ehemaligen Mannschaftskameradin Katrin Gutensohn, die sich mit jeweils über 40 Jahren diesem Wettkampf stellten.

Die Premiere hat jedenfalls Appetit auf mehr gemacht. Ich denke, dass diese Sportart Zukunft haben wird.

Viele Grüße
Martina Ertl

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