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Olympiafeier auf der MS Deutschland: Deutscher Hockey-Bund will nicht für Partyschäden haften

Bei der Siegesfeier der Hockey-Olympiasieger ist auf der MS Deutschland einiges kaputtgegangen. Aber beträgt der Schaden wirklich eine halbe Million Euro? Der DHB sieht sich nicht in der Haftung.

Der Deutsche Hockey-Bund hat einen Bericht über angeblich hohe Schäden an der MS Deutschland während der Olympiasieger-Party zur Kenntnis genommen, sieht sich aber nicht in der Haftung. "Uns liegen weder konkrete Forderungen seitens der Reederei Peter Deilmann noch Berichte über Schäden vor. Und da wir nicht Veranstalter der Party waren, kann der Verband auch nicht haften", sagte der für Recht zuständige Vizepräsident Remo Laschet am Dienstag. Immerhin seien nach dem Olympia-Gold der DHB-Herren am 11. August mehr als 400 Gäste an Bord des Schiffes gewesen, darunter die eingeladenen 18 Hockey-Spieler und einige Mitglieder des Betreuerstabes.

"Bisher geht es nur um Spekulationen und ungelegte Eier", merkte DHB-Vorstandssprecher Torsten Bartel an. "Sollte uns etwas vorliegen, werden wir es ruhig und sachlich prüfen. Auch, ob wir überhaupt der richtige Adressat sind." Laschet bestätigte lediglich ein unkonkretes Telefonat mit einem Geschäftsführer der Reederei am vorigen Freitag. "Ich habe ihn aufgefordert, etwaige Anforderungen schriftlich an uns zu richten", betonte der Professor für Wirtschaftsrecht und Konfliktforschung an der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll sich die Forderung der Reederei, die bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen ist, auf rund 500.000 Euro belaufen. Ein entsprechender Kostenvoranschlag für Reparaturen, zu Bruch gegangenes Inventar und den Betriebsausfall des Schiffes sei auf dem Postweg zum DHB.

Kapitän sprach von "Kleinkram"

Verwunderlich ist, dass der Schadensfall erst gut zwei Wochen nach der Party Kreise zieht. Zudem hatte der Kapitän der MS Deutschland die Schäden im Kasino des Schiffes zwei Tage nach dem Vorfall noch als "Kleinkram" abgetan. "Es war schon eine schöne Feier. Zum Schluss ist ein bisschen was kaputt gegangen, aber ich denke, das kann man verschmerzen", sagte Kapitän Andreas Greulich am 13. August.

Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erklärte dessen Sprecher: "Wir haben uns mit der Mannschaft und dem Deutschen Hockey-Bund sehr über den Olympiasieg gefreut. Zu diesen angeblichen Schäden haben wir aber keine Informationen."

Auch beim ausrichtenden Veranstalter "Top-Sportevents" ist die Verwunderung groß. Zum einen sei bei der Begehung mit Mitarbeitern der Reederei am Tag nach der Party im Champions Club ein weit geringerer Schaden festgestellt worden, so dass es eine Riesendiskrepanz zur nun dargestellten Schadenssumme gebe. Zum anderen stelle das Kasino, in dem die Party stattfand, nur einen minimalen Bereich des gesamten Schiffes dar, der einen mehrtägigen Ausfall schleierhaft erscheinen lasse. Offiziell will man sich beim Veranstalter erst äußern, wenn die möglichen Forderungen der Reederei in schriftlicher Form vorliegen.

mlr/DPA / DPA
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