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Schwere Verletzungen in Sotschi: So gefährlich ist Olympia

Knochen brechen, Kreuzbänder reißen und eine Athletin muss notoperiert werden. In Sotschi häufen sich die schweren Unfälle. Diese Sportarten sind besonders gefährlich.

Von Daniel Bakir

Ein Spektakel sollen die olympischen Spiele sein: Immer höher, immer schneller, immer weiter. Vor allem die jungen und hippen Disziplinen wie Snowboard und Skicross sollen dazu beitragen. Dort ist auch das Verletzungsrisiko am höchsten. In Sotschi stürzten beim Kampf um olympisches Gold und größtmögliches Spektakel bereits zahlreiche Athleten schwer.

Im Snowboardcross verletzte sich die Norwegerin Helene Olafsen schwer am Knie, die Österreicherin Susanne Moll erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und die US-Amerikanerin Jacqueline Hernandez war nach einem Sturz auf den Hinterkopf sogar kurz bewusstlos. Im Ski-Wettbewerb auf der Buckelpiste zog sich die Österreicherin Heidi Kloser bei einem Sturz unter anderem eine Oberschenkelfraktur und einen Kreuzbandriss zu. Ex-Weltmeister Guilbaut Colas riss sich ebenfalls das Kreuzband. Ski-Freestylerin Rowan Cheshire landete in der Halfpipe auf dem Gesicht und wurde bewusstlos.

Am schlimmsten erwischte es die russische Skicrosserin Maria Komissarova. Die 23-jährige Athletin brach sich bei einem Trainingssturz den zwölften Brustwirbel und musste notoperiert werden. Anschließend wurde sie in eine Münchner Spezialklinik ausgeflogen, ihr Zustand ist weiterhin ernst.

Man kann den Eindruck bekommen, dass es die Pistenbauer beim Streben nach Rasanz und Attraktivität übertrieben haben. Oder nicht? Das Internationale Olympische Komitee sieht trotz der zahlreichen Stürze kein Sicherheitsproblem. "Gesundheit und Sicherheit der Athleten ist unsere Priorität Nummer eins. Im Moment zeigen unsere Zahlen keinen signifikanten Unterschied zu Vancouver", sagte ein IOC-Sprecher am Mittwoch.

Bei den Spielen vor vier Jahren verletzten sich insgesamt 287 Sportler, und damit rund jeder zehnte Athlet. Das "British Journal of Sports Medicine" hat alle Verletzungen von Vancouver statistisch erfasst und ausgewertet. Auch damals lagen die Snowboard- und Skicrossfahrer an der Spitze der Verletztenliste. Ebenfalls besonders viele Verletzungen erlitten Bobfahrer, Eishockeyspieler und Shorttracker. In all diesen Sportarten lag die Verletztenquote bei 15 bis 35 Prozent.

Besonders wenige Verletzte gab es etwa beim Biathlon, Curling und Rodeln. Tragischerweise verunglückte aber ausgerechnet beim Rodeln der Georgier Nodar Kumaritashvili tödlich. Welche Körperregionen bei den Wintersportlern besonders gefährdet sind, zeigt die Auswertung aller Verletzungen von Vancouver, die das Schweizer Portal "watson" auf Grundlage der Studie erstellt hat.

mit DPA
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