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Das müssen Sie zur Olympia-Nacht wissen: Der chinesische Shitstorm wegen eines winzigen Fahnen-Fehlers in Rio

Rafaela Silva gewinnt die erste Goldmedaille für Brasilien, für Deutschland läuft's irgendwie nicht und China protestiert offiziell wegen eines Fehlers auf allen Fahnen in Rio. Was Sie gestern (Nacht) verpasst haben. 

Die chinesischen Fahnen bei Olympia in Rio weisen einen kleinen Fehler auf

Die chinesischen Fahnen bei Olympia in Rio weisen einen kleinen Fehler auf. Diese Dame hat sich allerdings ein richtiges Exemplar mitgebracht.

Alle Events, alle Entscheidungen der Nacht und des gestrigen Olympia-Tages finden Sie hier in unserem Livecenter.

Die wichtigsten Entscheidungen:

- Judoka Rafaela Silva gewinnt die erste Goldmedaille für Brasilien

- Die erste Goldmedaille im Frauen-Rugby geht an Australien - sie schlugen Neuseeland 24:15

- Die Chinesen Aisen Chen und Yue Lin gewinnen Gold in Synchronspringen vom 10-Meter-Turm, die deutschen Patrick Hausding und Sascha Klein verpassen eine Medaille knapp

- Schwimmer Paul Biedermann ging leer aus: Der Chinese Sun Yang kämpfte sich über 200 Meter Freistil in 1:44,65 Minuten zur Goldmedaille.

Der größte Aufreger:

"Die Fahnen sind ein kleines Problem", gibt Mario Andrada vom Olympischen Komitee in Rio de Janeiro zu. China protestiert gegen fehlerhafte Versionen der Fahne der Volksrepublik. Das Generalkonsulat reichte Beschwerde beim Olympischen Komitee ein. Nutzer im Internet unterstellen sogar Absicht. Die Anordnung der Sterne ist fehlerhaft. Andrada: "Man muss schon genau hinsehen, um die Fehler zu entdecken. Aber es wurden neue Fahnen bestellt." Diese sollen bald eintreffen und die fehlerhaften ersetzen. Zum Hintergrund: Die Spitzen der kleinen Sterne müssen zum großen Stern zeigen. Der große Stern steht für die kommunistische Partei, die kleinen für die chinesischen Gesellschaftsklassen. In der fehlerhaften Version in Rio zeigen die Spitzen nach oben und nicht auf den großen Stern.

So haben sich die Olympischen Spiele seit ihrer Gründung verändert

Das hätten Sie auf keinen Fall verpassen dürfen:

"Das ist einfach jetzt richtig, richtig gutes Beachvolleyball, das wir hier sehen" - Co-Kommentator und Olympiasieger von London Julius Brink schwärmte in der ARD. Es ging leider nicht gut aus gegen die hochfavorisierten Weltmeister aus den Niederlanden - aber wie die deutschen Beachvolleyballer Lars Flüggen und Markus Böckermann gegen Robert Meeuwsen und Alexander Bouwer kämpften, das war großes Kino. Dabei ging es nicht einmal um irgendeine Medaille. Das Match war spannend bis zur letzten Sekunde, Böckermann/Fluggen holten sich den zweiten Satz, führten im Dritten sogar zwischenzeitlich mit drei Punkten, hatten einen Matchball. Doch am Ende siegten die schmettergewaltigen Holländer. Trotzdem großer Sport und beste Unterhaltung.

Gewinner des Abends:

Rafaela Silva, Brasiliens erste Goldmedaillengewinnerin 2016

Rafaela Silva, Brasiliens erste Goldmedaillengewinnerin 2016

 Nachdem die Fans sie längst frenetisch gefeiert, sie beklatscht, beschrien und bejubelt hatten, da entgegnete Rafaela Silva den Reportern auf die Frage, was sie als frisch gebackene Olympiasiegerin denn als erstes machen werde: "Essen. Ich war noch nicht bei McDonald's im olympischen Dorf." Es war das lustige Statement einer natürlich bestens gelaunten jungen Frau, die nur wenige Kilometer vom Olympiapark in einer Favela in Rio aufwuchs, die die Menschen natürlich auch deshalb so lieben. Nun ist Rafaela Silva, 24, die erste brasilianische Goldmedaillengewinnerin bei diesen Spielen in ihrer Heimat. Im Finale siegte sie in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm gegen Sumiya Dorjsuren aus der Mongolei (Die Deutsche Miryam Roper hatte Silva in einer Vorrunde übrigens in nur 45 Sekunden ausgeschaltet). Weltmeister war sie schon, nun hat sie ihre erste Olympiamedaille. Und Brasilien bei diesen Heimspielen auch.

Verlierer des Abends:

Er war gestern schon unser Verlierer des Abends. Und weil Athleten, die nicht gewinnen, nicht gleich Verlierer sind, wird halt Thomas Bach heute wieder unserer Verlierer des Abends. Nachdem gestern alle Russen von den Paralympischen Spielen ausgeschlossen wurden, und damit das Paralympische Komitee Bach vormachte, wie man drastische, aber konsequente Entscheidungen trifft, äußerte sich Bach noch einmal zu Doping ganz allgemein. Er wolle Doping-Sünder von Olympia ausschließen, "ich werde mich da nicht aufgeben", sagte Bach. Für ein Statement, das an Mut und Konsequenz kaum zu untertreffen ist, kann man schon mal zum Verlierer des Abends gekürt werden, oder? Bach führt diese Strichliste an.

Wie läuft's bei Deutschland?

Patrick Hausding und Sascha Klein verpassen im Synchronspringen eine Medaille und werden undankbare Vierte, Fahnenträger Timo Boll fliegt im Tischtennis-Achtelfinale raus, die Vielseitigkeitsreiter erleben im Team ein Debakel, weil das Pferd von Julia Krajewski mehrfach bei Hindernissen streikt. Und Paul Biedermann erreicht im olympischen Finale über 200 Meter Freistil nur den sechsten Platz. Läuft eigentlich also nicht so bei Deutschland.

Immerhin zieht nach Angelique Kerber auch Laura Siegemund beim Tennis ins Achtelfinale ein. Und die deutschen Turner verbessern sich im Team-Finale noch einmal: Fabian Hambüchen und Co. erreichen am Ende Platz sieben. Das dürfte auch den schwer verletzten Andreas Toba gefreut haben

Was wird heute interessant?

Auf Edelmetall hoffen Slalomkanute Sideris Tasiadis im Canadier-Einer und Vielseitigkeitsreiter Michael Jung in der Einzelkonkurrenz. Die deutschen Turnerinnen dürfen erstmals überhaupt im Team-Finale an die Geräte gehen. Medaillen werden am Dienstag unter anderem auch noch im Fechten, Judo und Schießen vergeben.

Bilder des Abends:

Der Schrei - neuinterpretiert. Erkennen Sie das Gesicht der Ukrainischen Fechterin Olena Kravatska?

Der Schrei - neuinterpretiert. Erkennen Sie das Gesicht der ukrainischen Fechterin Olena Kravatska?

Hui, ist das Ross noch unter Kontrolle? Japan's Yoshiaki Oiwa beim olympischen Reit-Event.

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Einfach mal fallen lassen - der indonesische Gewichtheber Muhamad Hasbi scheint nicht so besonders zufrieden mit seiner Performance.

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