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Eiskunstlauf: Das Ende der Gold-Träume: Aljona Savchenko ätzt gegen Partner Bruno Massot

Das Ziel lautete Gold im Paarlauf, doch nach dem Fehler von Bruno Massot im Kurzprogramm können Aljona Savchenko und ihr Partner den großen Traum wohl abhaken. Danach fand die gebürtige Ukrainerin deutliche Worte über ihren Partner.

Olympia Aljona Savchenko und Bruno Massot

Es hätte so schön sein können: Aljona Savchenko und Bruno Massot zeigten ein beeindruckendes Kurzprogramm bei Olympia, doch ein Fehler des Franzosen machte wohl alles zunichte.

Die bittere Enttäuschung stand Aljona Savchenko und Bruno Massot ins Gesicht geschrieben. Das Eiskunstlauf-Paar hat sich vier Jahre intensiv auf die Olympischen Spiele ein Pyeongchang vorbereitet. Für die Deutsch-Ukrainierin Savchenko sollte endlich die Goldmedaille her, nachdem sie mit ihrem früheren Partner Robin Szolkowy in Vancouver und Sotschi jeweils Bronze gewonnen hatte. 

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Doch der Traum ist mehr denn je in weite Ferne gerückt, weil sich ihr aktueller Partner Massot im Kurzprogramm einen fatalen Konzentrationsfehler leistete. Der Franzose sprang den Salchow nur zweifach statt dreifach. Er war dem großen Druck offensichtlich nicht gewachsen. Vor der Kür am Donnerstag liegt das Paar auf Rang vier, sechs Punkte hinter den führenden Chinesen Sui Wenjing/Han Cong. Die Chance auf den Gewinn der Goldmedaille ist gleich null, wenn überhaupt ist die Bronzemedaille möglich.

Kein Gold bei Olympia

Savchenko machte aus ihrem Frust über Massot in den Interviews danach keinen Hehl. Dem ARD-Hörfunk sagte sie: "Also von meiner Seite - ich war konzentriert. Leider ist Bruno ein wenig unkonzentriert gewesen und da passiert der Fehler. Jetzt kann ich sowieso nichts mehr machen. Ich kann nur morgen das Beste geben". Auf die Frage, ob der Druck zu groß gewesen sei, antwortete sie: "Also für mich nicht. Ich habe meinen Kopf und er hat seinen Kopf." Deutlicher lässt sich die Kritik kaum formulieren. 

Später sagte sie mit Blick auf die Kür am Donnerstag (02.30 Uhr MEZ) pflichtgemäß: "Aber wir versuchen in der Kür das Beste, vielleicht schreiben wir Geschichte." Savchenko ist in Bezug auf ihre Partner ein gebranntes Kind. Schon Fehler ihres früheren Partners Szolkowy kosteten sie die Goldmedaille. Ob sie ihn nun aufbauen werde, wurde Savchenko noch gefragt. "Das muss er selbst machen", lautete die knappe Antwort.

Höchststrafe für Bruno Massot

Massot zeigt sich nach seinem Patzer zerknirscht: "Es ist lächerlich, ich habe vier Jahre trainiert und mache so eine Dummheit", sagte er. "Wir sind hier für Gold und nichts anderes. Ich will nicht, dass Aljona wieder mit Bronze nach Hause fährt."

Trainer Alexander König, der das Paar in den vergangenen Jahren auf Olympia vorbereitet hat, hielt sich mit deutlichen Worten ebenfalls kaum zurück: "Wenn ich mir die Serie von Bruno angucke, steht es, glaube ich, 50:1 für einen gelungenen Salchow. Aus einem dreifachen den zweifachen zu machen, ist die Höchststrafe."