Eine Tribüne, Bierstand, Wurstbude, Pissoir und fertig. So oder so ähnlich stellt man sich gemeinhin die Basisausstattung eines Fußballstadions vor. Dazu Kabinen für zwei Mannschaften, die, wenn sie zu Spielbeginn aufs Feld kommen – im besten Fall – von einem vollen Haus bejubelt (Heimteam) oder auch ausgepfiffen (gegnerische Mannschaft) werden.
So sind bislang nahezu alle Stadien aufgebaut, doch was für den traditionellen Männerfußball selbstverständlich ist, hat für Frauenteams und ihre Anhängerinnen oft Nachteile.
Einige Frauenteams in den USA wollen das nun ändern. Kansas City Current ist der erste Club weltweit, der in einem speziell für Frauenfußball errichteten Stadion kickt. Auch Nachahmer gibt es schon. Der Denver Summit FC – ein Ligakonkurrent – baut ebenfalls ein eigenes Stadion für sein Frauenteam. Die Eröffnung ist für die Saison 2028 geplant.
Stadiongröße
Warum aber braucht es nach Meinung der Verantwortlichen überhaupt ein eigenes Stadion? Zunächst spielt die Kapazität eine Rolle. Eine ausverkaufte „Hütte“ ist für die Atmosphäre das Beste – da unterscheidet sich der Frauen- nicht von Herrenfußball. Die Kapazität der Arena in Denver mit 14.500 Plätzen scheint dafür angemessen. Bestehende, größere Stadien sind dagegen nur selten bis nie ausverkauft. Die Nachfrage nach Tickets an die Größe eines Neubaus anzupassen, klingt sinnvoll.
Architektur
Das Architekturbüro Populous – verantwortlich für den Neubau in Denver – berichtet im Gespräch mit der BBC, die Arena sei „bewusst nach hinten offen gestaltet“, um „eine Mischung aus Architektur, Grünfläche und Gemeinschaft“ zu erreichen.
Anders als traditionelle Stadien, die häufig eher abgeschlossen, ja manchmal geradezu verbarrikadiert erscheinen, wird in Denver das Gegenteil versucht. Weiterer Vorteil dieser Neuerung: Sollte die Ticketnachfrage kontinuierlich steigen, kann eine Erweiterung der Tribünen schnell umgesetzt werden.
Ausstattung des Fußballstadions
Da es als reines Fußballstadion geplant ist, sitzen die Fans in Denver sehr nah am Spielgeschehen. Trennende Leichtathletikbahnen oder Weitsprunganlagen gibt es nicht. Eine Besonderheit ist jedoch die Anordnung der Sitze. „Wir werden flexible Sitzplätze anbieten, damit die Besucher zusammensitzen können, und Bereiche für Kinder, die nicht drei Stunden lang stillsitzen können. Es geht darum, den Spielgenuss unkompliziert zu gestalten“, sagt Sherri Privitera, leitende Mitarbeiterin bei Populous im Gespräch mit der BBC.
Ferner sollen die Umkleidekabinen so gebaut werden, dass ein Höchstmaß an Privatsphäre für die Spielerinnen bestehe. Sowohl für die Teams als auch die Zuschauer und Zuschauerinnen gebe es „mehr Toiletten als vorgeschrieben und Rückzugsräume für stillende Mütter oder Mütter, die abpumpen müssen.“
Quelle: BBC