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Olympia 2018: Affront gegen IOC: Sportgerichtshof hebt Dopingsperren für russische Sportler auf

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat lebenslange Olympia-Sperren gegen 28 russische Sportler aufgehoben. Der CAS stellte sich damit weitgehend gegen des Internationalen Olympischen Komitee.

Fan schwenkt Russland-Flagge, darunter olympische Ringe. CAS hebt Sperren für Olympia für russische Sportler auf

Da kann man das Fähnchen schwingen: Der Sportgerichtshof hat sich gegen das IOC gestellt und Doping-Sperren für viele russische Sportler aufgehoben.

AP / DPA

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die lebenslangen Doping-Sperren gegen 28 russische Wintersportler wegen unzureichender Beweislage aufgehoben. Elf weitere Sportler bleiben für die Spiele in Pyeongchang ausgeschlossen, ihre lebenslangen Sperren für Olympia sind laut einer CAS-Mitteilung vom Donnerstag ebenfalls ungültig.

Das IOC hatte insgesamt 43 russische Wintersportler von künftigen Olympischen Spielen ausgeschlossen, weil die Athleten bei den Winterspielen im russischen Sotschi 2014 von organisierten Manipulationen profitiert haben sollen. 42 der betroffenen Sportler hatten vor dem CAS Einspruch eingelegt.

Sperren mehrerer Olympia-Sieger aufgehoben

Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow, Skeleton-Olympiasieger Alexander Tretjakow und Rodler Albert Demtschenko gehören zu den Athleten, deren Sperren der CAS nun aufgehoben hat. Der deutsche Rodler Andi Langenhan bleibt daher Vierter der Spiele von Sotschi und erhält nicht nachträglich Bronze. Bob-Olympiasieger Alexander Subkow zählt hingegen zu den Athleten, die für Pyeongchang gesperrt bleiben.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte zuletzt zu erkennen gegeben, dass es auch im Falle eines Freispruchs durch den CAS diese Sportler nicht für die Spiele in Südkorea zulassen wird. Das NOK Russlands war nach der IOC-Entscheidung Anfang Dezember für die Winterspiele gesperrt worden. Allerdings dürfen russische Sportler unter neutraler Flagge und ohne Hymne starten. Sie werden als "Olympischer Athlet aus Russland" (OAR) geführt. Nach eingehender Prüfung hat das IOC 169 russischen Athleten erlaubt, in Südkorea anzutreten.

ARD-Reporter Hajo Seppelt öffnet nach Belieben Urinflaschen für Dopingproben bei Olympia in Pyoengchang

Urinflaschen, die sich nach Belieben öffnen und schließen lassen: ARD-Journalist Hajo Seppelt demonstriert, wie leicht sich die für Olympia in Pyeongchang vorgesehenen Dopingproben manipulieren lassen.


CAS stellt sich gegen Urteile des IOC

In den zurückliegenden Tagen waren 39 Russen vom Sportgerichtshof angehört worden, via Videoschalte ebenso Doping-Kronzeuge Grigori Rodschenkow - früher Chef des Anti-Doping-Labors Moskau - und der Wada-Chefermittler Richard McLaren. Über drei russische Biathletinnen wird der CAS voraussichtlich erst nach den Spielen in Südkorea entscheiden. Alle drei haben ihre Laufbahn beendet.

Grundlage der IOC-Beschlüsse in der Causa Russland waren die Aussagen von Rodschenkow und die Berichte von McLaren für die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Rodschenkow hatte nach seiner Flucht in die USA das Betrugssystem bei Olympia in Sotschi enthüllt. McLaren sammelte weitere Beweise für ein groß angelegtes Dopingprogramm. Die vom IOC eingesetzte Disziplinarkommission unter Leitung von Denis Oswald sah die Beweislast gegen die Russen nach weiteren "forensischen und analytischen Doping-Untersuchungen" als erdrückend an. Der CAS folgte der IOC-Argumentation nun aber offenbar nicht.


IOC: Athleten nicht automatisch dabei

Die russische Regierung reagierte prompt und nahm die Aufhebung der lebenslangen Doping-Sperren für 28 Sportler mit großer Erleichterung auf. "Wir sind froh, dass die Gerechtigkeit endlich triumphiert hat", sagte Sportminister Pawel Kolobkow am Donnerstag in Moskau. Die Entscheidung des CAS bestätige, dass die Athleten "sauber" seien. Nun erwarteten die Sportler, dass das IOC reagiere und sie auch zu den Olympischen Winterspielen in Südkorea zulasse, sagte Kolobkow der Agentur Interfax zufolge.

Das IOC nahm das CAS-Urteil in einer ersten Reaktion mit Enttäuschung auf. "Die CAS-Entscheidung bedeutet nicht, dass Athleten aus der Gruppe der 28 zu den Spielen eingeladen werden", stellte das Komitee in einer Mitteilung klar. Da das russische Olympische Komitee ist für Pyeongchang gesperrt, russische Sportler benötigen daher eine Einladung des IOC, um als OAR starten zu dürfen. Ob eine solche Einladung ausgesprochen wird, ist derzeit unklar.


Der Anwalt des Doping-Kronzeugen Grigori Rodschenkow verurteilte den Freispruch für die 28 russischen Sportler scharf. "Diese Entscheidung des CAS bestärkt allein die Betrüger, macht sauberen Athleten das Siegen schwerer und bedeutet einen weiteren unrechtmäßigen Erfolg für das korrupte russische Doping-System im Allgemeinen und Putin im Besonderen", wurde der New Yorker Jurist Jim Walden am Donnerstag in einer Mitteilung zitiert.

dho / DPA