Paralympische Winterspiele
Walter holt nach aberkannter Medaille Bronze – zwei Aufgaben

Leonie Walter gewinnt die Bronzemedaille. Foto: Martin Schutt/dpa
Leonie Walter gewinnt die Bronzemedaille. Foto
© Martin Schutt/dpa
Leonie Walter beschert dem deutschen Team bei den Paralympics im Langlauf eine Medaille, nur einen Tag nach ihrem persönlichen Drama. Doch andere erleben Teammitglieder einen bitteren Tag.

Einen Tag nach ihrer aberkannten Silbermedaille hat Leonie Walter dem deutschen Team nach zwei Aufgabe-Dramen im Langlauf bei den Paralympischen Spielen eine weitere Medaille beschert. Im Klassik-Rennen über 10 Kilometer lief die 22-Jährige mit ihrem Guide Christian Krasman zu Bronze. Damit liegt Deutschland nach fünf Wettkampftagen im Medaillenspiegel bei einmal Gold, viermal Silber und sechsmal Bronze. Der Sieg ging mit deutlichem Vorsprung an die russische Vortagessiegerin Anastasija Bagijan vor Simona Bubenickova aus Tschechien.

Am Vortag war Walter, die bereits Bronze im Biathlon gewann, im Klassik-Sprint als Zweite ins Ziel gekommen, wurde aber wegen eines Regelverstoßes ihres Begleitläufers auf den letzten Platz zurückgesetzt. Davon profitierte ihre Teamkollegin Linn Kazmaier als ursprünglich Dritte. Das 10-km-Rennen beendete die 19-Jährige mit ihrem Guide Florian Baumann auf Rang fünf.

Marchand muss Rennen beenden 

Zuvor hatte Kathrin Marchand ihr zweites Rennen bei den Paralympics in Italien wegen eines Schwächeanfalls abbrechen müssen. Nach Tränen am Vortag wegen Platz vier im Sprint lag die 35-Jährige im Klassik-Rennen über 10 Kilometer nach rund der Hälfte der Strecke auf Bronze-Kurs, als sie unvermittelt neben der Strecke saß und wenig später gestützt von Betreuern den Kurs verließ.

Marchand ist die erste Athletin, die sowohl bei Olympischen Spielen als auch bei den Paralympischen Sommer- und Winterspielen gestartet ist. Erst vor 14 Monaten hatte sie sich nach langen Jahren als Ruderin aufs Langlaufen konzentriert und sich direkt in ihrem zweiten Winter für die Spiele qualifiziert. Nach einem Schlaganfall im Alter von 30 Jahren sieht die Athletin auf beiden Augen ein Drittel weniger und ist in ihrer linken Körperhälfte eingeschränkt. Auch Multitasking oder Orientierung in neuen Umgebungen fallen ihr schwer.

Auch Marburger kommt nicht ins Ziel

Wenig später musste auch Sebastian Marburger bei den stehenden Männern nach etwa der Hälfte des Rennens wegen Erschöpfung aussteigen. Der 28-Jährige hatte bis dato ebenfalls um den dritten Platz mitgekämpft. Tags zuvor hatte er im Klassik-Sprint bei seiner Paralympics-Premiere Silber gewonnen. Vor den Spielen hatte ein hartnäckiger Infekt den einbeinigen Langläufer längere Zeit außer Gefecht gesetzt.

Wicker hauchdünn am Podest vorbei

Zuvor hatte Anja Wicker ihre erste paralympische Medaille im Langlauf um nur 1,5 Sekunden verpasst. Im klassischen Sprint über 10 Kilometer belegte die 34-Jährige beim Sieg der US-Amerikanerin Oksana Masters, die ihre zwölfte paralympische Goldmedaille gewann, am Ende den vierten Platz. 

"Es ist richtig knapp. Wahrscheinlich ein Zwinkern. An meinem Rennen habe ich nichts auszusetzen. Aber bei den Paralympics tun 1,5 Sekunden aufs Podest schon ein bisschen weh", sagte Wicker nach dem Rennen. "Ich habe alles reingehauen und bin zufrieden mit meinem Rennen. Es hat Spaß gemacht zu laufen und ich konnte übers Limit gehen." Im Biathlon hatte Wicker, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist, mit Bronze und Silber bereits ihre vierte und fünfte paralympische Medaille bei ihren dritten Spielen gewonnen.

dpa

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