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Verschwundene Tennisspielerin Verbot von Peng-Shuai-Shirts sorgt für Wirbel bei den Australian Open

Pen Shuai bei einer Partie bei den Australian Open
Nachdem sie einem ehemaligen chinesischen Regierungsmitglied Vergewaltigung vorwarf, war Peng Shuai Mitte November für mehrere Wochen verschwunden.
© Andy Brownbill / AP
Erst Novak Djokovic, jetzt Peng Shuai – die Australian Open kommen nicht aus den Schlagzeilen raus. Diesmal geht es um die verschwundene chinesische Sportlerin und verbotene T-Shirts im Stadion.

Die Veranstalter der Australian Open sind – mal wieder – in Erklärungsnot. Nach dem gestrichenen Visum von Novak Djokovic hat nun auch der Fall der verschwundenen Chinesin Peng Shuai Down Under erreicht. Oder genauer: T-Shirts, die auf den Fall aufmerksam machen wollen. Denn ein Video im Internet zeigt Fans, die mit T-Shirts mit der Aufschrift "Wo ist Peng Shuai?" in die Tennisarena Melbourne Park gehen wollen, aber von Sicherheitskräften abgefangen werden. (Ein Video des Vorfalls sehen Sie weiter unten) "Unsere Eintrittsbedingungen erlauben keine Kleidung, Banner oder Schilder, die kommerziell oder politisch sind", zitieren die "BBC" und der "Spiegel" einen Sprecher von Tennis Australia. Auch ein Polizist weist in dem Video daraufhin, dass politische Botschaften bei den Australian Open untersagt seien. "Die Sicherheit von Peng Shuai ist unser Hauptanliegen", versicherte der Australian-Open-Sprecher.

Das Verschwinden der Chinesin Peng Shuai hatte im November weltweit für Aufsehen gesorgt. Nachdem sie im chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo dem Ex-Vizepremierminister Zhang Gaoli Vergewaltigung vorwarf, verschwand die Tennisspielerin für Wochen aus der Öffentlichkeit. Auch Fotos, die sie beim Videotelefonat mit IOC-Präsident Thomas Bach zeigten, beruhigten kaum.

Kritik an Verbot von Peng-Shuai-Shirts

Das Verbot der T-Shirts lenkt nach der Causa Djokovic wieder den Fokus auf die Sportlerin, sorgt aber auch für Kritik an den Veranstaltern der Australian Open. "Das ist einfach nur erbärmlich. Die WTA steht in diesem Fall ziemlich allein da", ereiferte sich die ehemalige Weltklasse-Tennisspielerin Martina Navratilova auf Twitter. Die Women’s Tennis Association (WTA), die Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen, reagiert im Dezember auf das Verschwinden von Peng Shuai und strich bis zu einer transparenten Aufklärung sämtliche Turniere in China aus dem Kalender.

"Ich finde das Verhalten der Australian Open sehr feige. Das ist kein politisches Statement, hier geht es um ein Statement für Menschenrechte", sagte Navratilova im amerikanischen Fernsehsender "Tennis Channel". Die WTA und viele Spieler und Spielerinnen, die sich ebenfalls für eine Aufklärung einsetzen, hätten dagegen nach dem Verschwinden der 36-Jährigen stark gehandelt, lobte Navratilova. Ähnlich äußerte sich die die dreifache Grand-Slam-Gewinnerin Lindsay Davenport bei dem Sender. "Es gab zu Beginn des Falls Peng Shuai viele starke Statements, aber mittlerweile wurde die Causa in den Hintergrund gedrängt. Aber die Leute im Tennis wollen Peng Shuai sehen und wissen, ob es ihr gut geht."

Navratilova wirft Verband Kapitulation vor China vor

Die 18-fache Grand-Slam-Gewinnerin Navratilova warf dem australischen Tennisverband vor, vor China zu "kapitulieren" und Sponsorengelder vor die Menschenrechte zu stellen. Tatsächlich stammt einer der größten Sponsoren des Turniers aus China, auf fast jedem Court ist das Logo des Sponsors zu sehen.

Währenddessen planen Aktivisten die nächste Aktion, um auf die Suche nach Peng Shuai aufmerksam zu machen. Über eine Aktion auf der Spendenplattform "Gofundme" sammelten sie bis zum Montagmittag über 14.000 australische Dollar (rund 9000 Euro), um weitere T-Shirts drucken zu lassen. "Das hat nichts zu tun mit den anstehenden Wahlen oder den Organisatoren der Australian Open. Es geht hier ausschließlich darum, Aufmerksamkeit auf eine Person zu richten, die unsere Hilfe benötigt", erklärt der Organisator und Menschenrechtsaktivist Drew Pavlou, der selbst in diesem Jahr für den Senat kandidiert.

Quellen: BBC, Spiegel,


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