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Duell mit Hans Niemann Schachweltmeister Magnus Carlsen bricht sein Schweigen – aber nur ein bisschen

Magnus Carlsen
Schachweltmeister Magnus Carlsen hat die Schachwelt durch Betrugsandeutungen gegen seinen US-Kontrahenten Hans Niemann in Aufregung versetzt
© Arun Sankar / AFP
Nach seinem spektakulären Rückzug vom Brett im Duell gegen Hans Niemann rätselt die Schachwelt über die Beweggründe von Magnus Carlsen. Nun hat sich der Weltmeister erstmals zu seinem Verhalten geäußert.

Schach-Weltmeister Magnus Carlsen hat sich erstmals zu seinem Rückzug im Duell mit Hans Niemann geäußert und weitergehende Erklärungen für die Zeit nach dem Online-Turnier in Aussicht gestellt. In einem Interview des Portals "chess24" antwortete Carlsen auf die Frage, weshalb er die Partie gegen den 19 Jahre alten US-Amerikaner am Montagabend beim Onlineturnier "Julius Bär Generation Cup" nach nur einem Zug aufgegeben hatte: "Leider kann ich mich dazu nicht äußern, aber die Leute können ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen und das haben sie auch getan."

Magnus Carlsen: "Ich bin von Niemanns Spiel sehr beeindruckt"

Zudem meinte der Norweger: "Ich muss sagen, dass ich von Niemanns Spiel sehr beeindruckt bin und ich denke, dass sein Mentor Maxim Dlugy einen großartigen Job gemacht haben muss." Nachfragen, warum er Dlugy in diesem Zusammenhang erwähnte, wollte Carlsen nicht kommentieren. Auf die Frage, ob er sich zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlicher äußern werde, sagte er: "Ich hoffe, dass ich nach dem Turnier etwas mehr sage."

Dlugy ist ein 56 Jahre alter US-Großmeister, dem vor Jahren bereits Betrug beim Online-Schach vorgeworfen wurde. Inwiefern Dlugy mit Niemann in Verbindung steht und ob er wirklich dessen Mentor ist, darüber ist öffentlich nichts bekannt.

Hintergrund von Carlsens so wohl einmaligem Verhalten ist ein Streit mit Niemann, der sich ebenfalls Betrugsvorwürfen ausgesetzt sieht. Beweise für einen Betrug Niemanns liegen aber nicht vor.

Anfang September war es zum ersten Vorfall zwischen den Kontrahenten gekommen. Beim Sinquefield Cup in St. Louis verlor Superstar Carlsen überraschend gegen Niemann und zog sich erstmals in seiner Karriere von einem Turnier zurück. Gründe nannte der 31 Jahre alte Norweger nicht, er twitterte lediglich ein altes Interview des Fußball-Trainers José Mourinho, in dem der Portugiese sagte: "Ich ziehe es vor, nichts zu sagen. Wenn ich etwas sage, komme ich in große Schwierigkeiten, und ich möchte nicht in große Schwierigkeiten kommen."

Die Schach-Szene deutete Carlens Ausstieg als Betrugsvorwurf gegen Niemann. Der US-Amerikaner gab während des Sinquefield Cups in einem Interview zu, zweimal als Teenager im Alter von 12 und 16 Jahren bei Online-Partien betrogen zu haben, nie jedoch in Präsenz am Schachbrett.

kng DPA

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