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Ex-Bayern-Spieler Landon Donovan Schwuler Fußballprofi homophob bepöbelt: Coach holt ganzes Team vom Platz

San Diego Loyal: Landon Donovan auf der Trainerbank seines Klubs in den USA
Weil weder der Schiedsrichter, noch der Trainer des Gegners reagierte, schickte Landon Donovan seine Mannschaft noch vor dem Halbzeitpfiff in die Kabine. Dabei führt San Diego nach turbulenten Minuten mit 3:1.
© Gregory Bull / Picture Alliance
Ex-Bundesliga-Profi Landon Donovan hat in der zweiten Fußball-Liga der USA für einen Eklat gesorgt. Weil einer seiner Spieler von einem Gegner homophob bepöbelt worden sein soll, holte der Trainer das Team geschlossen vom Platz. Es war nicht der erste Vorfall dieser Art.

Zu einem Eklat kam es am Mittwoch (Ortszeit) bei einem Spiel in der zweiten Fußballliga der USA. Der Coach von San Diego Loyal holte seine Kicker noch vor Ende der ersten Hälfte vom Platz, weil Mittelfeldspieler Collin Martin von einem gegnerischen Profi homophob beleidigt worden sein soll. Martin, der aus dem US-Bundesstaat Maryland stammt, hatte sich vor zwei Jahren geoutet und war in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit vom Schiedsrichter vom Platz gestellt worden. Am Spielfeldrand berichtete er dem vierten Offiziellen und seinem Coach, dem früheren Bundesliga-Profi Landon Donovan, von dem Vorfall. Der stellte daraufhin seinen Trainerkollegen von Phoenix Rising zur Rede. Besonders bitter: Vor dem Spiel hatten sich die Spieler und Betreuer der Teams auf eine gemeinsame Aktion gegen jede Form von Homophobie und Rassismus verständigt. Doch das Banner mit der Aufschrift "I will speak, I will act" ("Wir werden sprechen, wir werden handeln") wurde gar nicht erst ausgerollt.

"I will speak, I will act": Donovan holt Spieler vom Platz

In einem Video, das auf Twitter kursiert, ist zu sehen, wie einige Spieler aus San Diego nach ihrem Tor zum 3:1 auf die Knie gehen. Eine Geste, die in den vergangenen Tagen und Wochen in den USA zum Symbol gegen Gewalt und Rassismus geworden ist. Danach verlassen die Profis geschlossen den Rasen. "I will speak, I will act, Black Lives Matter" ist auf der Anzeigetafel zu lesen. Der Schiedsrichter pfeift die Partie wenige Momente später beim Zwischenstand von 3:1 ab. Wie Donovan später berichtet, habe der Referee sogar gehört, wie Martin beleidigt wurde. "Er hat zu mir gesagt, er könne nichts tun. Er wisse nicht, was das Wort bedeute, das da gerufen wurde", so Donovan, der das Team von San Diego Loyal im Sommer 2019 selbst gegründet hat. Deshalb habe er den Spieler aus Phoenix auch nicht vom Platz stellen können.

Weil Donovan, der in Deutschland für Leverkusen und den FC Bayern spielte, das Spiel unbedingt regelkonform beenden möchte, stellt er Phoenix-Coach Rick Schantz zur Rede und bittet ihn, den Spieler vom Platz zu nehmen. Der verneint und soll unter anderem erwidert haben, dass die Jungs nur Fußball spielen und er (sein Spieler) es nicht so gemeint habe. 

Auch der von Collin Martin beschuldigte Spieler reagierte schnell via Twitter und wies die Vorwürfe zurück. Er habe Collin Martin zu keiner Zeit homophob beleidigt, erklärte Junior Flemmings. "Ich wurde im Internet beleidigt und verspottet, ohne eine Chance zu haben, mich zu verteidigen", so Flemmings, ein gebürtiger Jamaikaner. Er sei traurig über das, was San Diego an dem Abend gemacht hat.

Ob der Spielabbruch auch sportjuristische Konsequenzen haben wird, ist offen. Die Liga will den Vorfall untersuchen. Vorerst wird San Diego der vermeintliche Sieg aberkannt. Die Punkte gehen auf das Konto von Phoenix Rising.

Quelle:  Twitter

js

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