400-Meter-Finale der Frauen Sanya Richards holt Gold

Sanya Richards hat Gold über 400 Meter gewonnen. Es ist der erste große Triumph für die Amerikanerin, die seit Jahren als stärkste Läuferin auf dieser Distanz gilt. Usain Bolt trabte derweil in das Halbfinale über 200 Meter.

Die seit Jahren beste 400-Meter-Läuferin der Welt hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin den langersehnten ersten internationalen Titel gewonnen. Nach einem Start-Ziel-Sturmlauf ließ sich die Amerikanerin Sanya Richards am Dienstag von den Zuschauern im Olympiastadion feiern, nachdem sie die Konkurrenz in Weltjahresbestzeit von 49,00 Sekunden nun erstmals auch beim Saison-Höhepunkt in Schach gehalten hatte. Silber ging an die Jamaikanerin Shericka Williams (49,32), Bronze an die Russin Antonina Kriwoschapka (49,71). Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Christine Ohuruogu (Großbritannien) ging als Fünfte leer aus.

Seit 2004 hat Sanya Richards kein einziges Golden-League-Rennen mehr verloren, knackte 2006 und 2007 den Millionen-Jackpot und ist mit 48,70 Sekunden die schnellste Läuferin im 21. Jahrhundert. Doch bei Olympia (2008/3.) und Welttitelkämpfen (2005/2.) scheiterte die 24-Jährige bisher an ihren Nerven, für die jeweils klare Favoritin gingen die Träume nicht in Erfüllung. Anders verhielt es sich 2007, als die in Kingston/Jamaika geborene Superläuferin vor der WM in Osaka die Qualifikation im eigenen Land nicht überstand: Geschwächt und ausgelaugt ging sie in die US-Trials und wurde nur Vierte.

Erst viel später fanden Mediziner den Grund für die Schwächeanfälle: eine hartnäckige Gefäßkrankheit. Morbus Behcet heißt die seltene Krankheit, die Geschwüre an Gliedmaßen und Lippen hervorruft, dem Körper alle Kraft entzieht und bei falscher Behandlung sogar zu Blindheit führen kann. Bitter war vor allem diese Wahrheit für Sanya Richards: Die Krankheit gilt als unheilbar, mit Medikamenten ist sie lediglich einzudämmen. Trotz der erforderlichen Behandlungen hatte Richards erst in diesem Frühjahr wieder einen Rückschlag erlitten, das Trainingsprogramm geriet ins Stocken, die WM in Berlin schien fraglich.

Mit einem Abendspaziergang ins Halbfinale erfüllte Usain Bolt seine nächste Pflichtaufgabe erfüllt, die goldene WM-Kür soll einen Tag vor seinem 23. Geburtstag am Donnerstag folgen. Der Supersprinter aus Jamaika trudelte am Dienstagabend im 200-Meter- Zwischenlauf zehn Meter vor dem Ziel aus - 20,41 Sekunden und die fünftbeste Zeit reichten locker für die nächste Runde, die überraschend auch der deutsche Meister Robert Hering aus Jena erreichte.

"Ich habe nicht gesagt, dass ich den Weltrekord nicht brechen werde", meinte Bolt, der die Fabelzeit von 19,30 Sekunden vor einem Jahr bei den Olympischen Spielen in Peking aufgestellt hatte. "Ich werde den Rekord nicht jagen, ich versuche, mein Bestes zu geben", kündigte der schnellste Mann der Welt an.

Eine kleinen Erfolg gab es auch für einen deutschen Sprinter. Robert Hering erreichte über die 200-Meter-Distanz ebenfalls das Halbfinale. Der deutsche Meister aus Jena qualifizierte sich am Dienstagabend als Dritter seines Vorlaufes in 20,58 Sekunden für die nächste Runde am Mittwoch.

DPA/tis

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