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Eklat bei Adidas: FBI enthüllt Bestechungsskandal im College-Basketball

Ermittler des FBI haben am Dienstag zehn Personen festgenommen, darunter einen hochrangigen Angestellten von Adidas. Hintergrund sind Bestechungsgelder, die geflossen sind, um junge Highschool-Talente zu bestimmten Universitäten zu locken. 

Adidas-Zentrale in Herzogenaurach

Die Adidas-Zentrale in Herzogenaurach. Ein Manager des Konzerns soll tief in den Bestechungsskandal des amerikanischen College-Basketballs verwickelt sein.

Das FBI hat den vermutlich größten Skandal in der Geschichte des amerikanischen College-Basketballs enthüllt. Es sollen Gelder im siebenstelligen Bereich an Trainer geflossen sein, die junge Talente im Basketball zu bestimmten Universitäten locken sollten. James Gatto, ein hochrangiger Angestellter von , soll in den Bestechungsskandal involviert sein. Gemeinsam mit vier Asisstenztrainern und fünf weiteren Beteiligten wurde der Marketing-Chef von Adidas in den USA vom FBI in Gewahrsam genommen.

Die US-Bundespolizei ermittelt seit zwei Jahren zu den illegalen Machenschaften im Hochschul-Basketball.

NBA auch involviert ?

In einem der untersuchten Fälle soll Gatto nach Angaben der Bundesanwälte 100.000 Dollar (nach heutigem Wert rund 85.000 Euro) an die Familie eines Basketballers gezahlt haben, damit dieser nach seinem Sekundarschulabschluss in ein bestimmtes Universitätsteam eintrat.
Formelle Beschuldigungen erhob die US-Bundesanwaltschaft auch gegen Basketball-Trainer an vier Universitäten sowie mehrere Sportagenten und Finanzberater. Bestechungsgelder sollen auch geflossen sein, damit Spieler Verträge mit bestimmten Finanzberatern abschlossen, wenn sie nach ihrem Hochschulabschluss in die Profiliga NBA wechselten.

Adidas will den Fall untersuchen

"Adidas wird mit Unterstützung externen Rechtsbeistands eine eigene gründliche Untersuchung durchführen", teilte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch in Herzogenaurach mit.
Zu Details wollte sie sich nicht äußern. "Die Vorwürfe sind uns seit gestern bekannt", sagte die Adidas-Sprecherin. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft dem Manager James Gatto vor, Nachwuchsspieler bestochen zu haben, um diese auf von Adidas gesponserte Colleges zu locken. Außerdem soll er so versucht haben, die Spieler im Lauf ihrer späteren Profi-Karriere vertraglich an den Dax-Konzern zu binden.

"Wir werden vollumfänglich mit den relevanten Behörden zusammenzuarbeiten", kündigte Adidas an. Das Unternehmen verpflichte sich "voll und ganz zu Compliance, Integrität und ethischer Geschäftsführung".

fk/DPA
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