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Basketball: Dirk Nowitzki will mit Deutschland zur EM

Gute Nachrichten für Basketball-Deutschland: Dirk Nowitzki möchte weiter für die Nationalmannschaft spielen und hat sich die EM im September als Ziel gesteckt. Allerdings muss Dallas-Besitzer Mark Cuban dafür sein Einverständnis geben. Sogar eine mögliche zweite Olympia-Teilnahme 2012 in London hält der Basketball-Star nicht für ausgeschlossen.

Jubel in Basketball-Deutschland: Superstar Dirk Nowitzki will auch in Zukunft für die Nationalmannschaft spielen und im September bei der Europameisterschaft in Polen dabei sein. "Ich glaube schon, dass es bis dahin wieder kribbelt", sagte der 31- Jährige am Dienstag in Frankfurt am Main. Allerdings muss Nowitzki erst noch die Zustimmung von Mark Cuban, Besitzer seines NBA-Clubs Dallas Mavericks, einholen, um tatsächlich an der EM teilnehmen zu dürfen. "Ich denke, es ist ein gutes Argument für Dallas, dass ich dann eh schon wieder im Training und fit bin", sagte der Würzburger.

Ausschlaggebend für die Bereitschaft des 2,13-Meter-Riesen ist jedoch auch seine persönliche Situation, um die es zuletzt viele Schlagzeilen gab. "Eigentlich hatte ich im Sommer andere Pläne, doch das hat sich über Nacht etwas geändert", sagte ein überraschend gelöster Nowitzki. Ursprünglich wollte er im Juli seine Verlobte Cristal Taylor heiraten, die sich nachträglich jedoch als Betrügerin herausgestellt hat und zur Zeit in den USA im Gefängnis sitzt. "Jetzt bin ich eh in Deutschland und zu dem Zeitpunkt fit, warum soll ich dann nicht auch noch ein bisschen EM spielen", sagte der Blondschopf.

In den vergangenen Jahren erteilte Cuban seinem Ziehsohn stets ohne Probleme die Freigabe. "Er hat meinen Wunsch, einmal bei Olympia dabei zu sein, immer akzeptiert. Dieses Argument fällt jetzt aber leider weg", sagte das "German Wunderkind". "Jetzt müssen wir versuchen, ihn anders zu überzeugen." Vom Deutschen Basketball Bund wird der deutsche Ausnahmespieler dabei jede Unterstützung erhalten, einmischen will sich der Verband aber vorerst nicht. "Ich denke nicht, dass das etwas bringt. Wir werden keinen Druck auf die Mavericks ausüben, sind im Hintergrund aber für den Fall der Fälle gerüstet", sagte DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt.

"Wenn wir uns qualifizieren, bin ich sicher dabei"

Nowitzki ist zuversichtlich, den Milliardär zu überzeugen. "Mark stand bei all meinen Träumen immer hinter mir. Er ist ein Traum-Eigentümer", meinte der Kapitän der "Mavs", für den die tollen Erlebnisse in Peking der Grund sind, warum er weiter für Deutschland spielen will. "Eigentlich hatte ich das Ziel, einmal bei Olympia dabei zu sein. Aber nachdem das so eine Erfahrung war, kribbelt es immer noch", meinte der Würzburger mit Blick auf die Sommerspiele 2012 in London. "Wenn wir uns noch einmal qualifizieren sollten, bin ich sicher dabei."

Der erste Schritt der Qualifikation für das größte Sportereignis der Welt beginnt mit der EM in Polen, bei der es auch um ein Ticket für die WM im Jahr darauf in der Türkei geht. Nowitzki ist zuversichtlich, dass im Falle seiner Teilnahme auch NBA-Kollege Chris Kaman von den Los Angeles Clippers in Polen mit von der Partie sein wird. "Chris ist heiß und will unbedingt spielen. Wenn ich komme, kommt er auch."

Von Mitte Juli an will "Dirkules" mit seinem Förderer Holger Geschwindner wieder in Würzburg trainieren. Seine persönlichen Dinge in den USA hat er einem Anwalt übergeben, der jetzt zunächst einmal prüfen will, ob Nowitzkis Ex-Verlobte Cristal Taylor tatsächlich ein Kind erwartet, und wenn ja, ob Nowitzki der Vater ist. "Mir geht es inzwischen schon wieder sehr gut. Die erste Zeit war hart, da war ich frustriert, traurig, sauer. Da habe ich die ganze Gefühlsleiter durchlebt."

Nach einem Urlaub mit der Familie auf Kreta ist der Weltstar nun aber wieder heiß auf Basketball. Neben der EM hat Nowitzki dabei auch bereits die nächste Saison mit Dallas im Blick. "Es wird ein wichtiger Sommer für uns. Es ist klar, dass wir uns verstärken müssen." Wichtig sei zudem, Spielmacher Jason Kidd zu halten. "Wir können den Titel nach wie vor schaffen."

DPA/Lars Reinefeld / DPA

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