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Biathlon: Neuner schießt unwiderstehlich

Magdalena Neuner hat mit dem 14. Weltcup-Sieg ihrer Karriere beim Saison-Finale in Russland noch einmal Stärke gezeigt. Kati Wilhelm wahrte sich beste Chancen, zum zweiten Mal den Biathlon-Gesamtweltcup zu gewinnen.

"Ich denke schon, dass die Kati die besseren Nerven haben wird", sagte Neuner am Samstag nach ihrem überzeugenden Erfolg im Verfolgungsrennen von Chanty-Mansijsk zum Zweikampf ihrer Teamkollegin mit der Schwedin Helena Jonsson um die Große Kristallkugel. Vor dem 26. und letzten Rennen der Saison am Sonntag (13.00 Uhr/ARD) liegen die beiden Skijägerinnen Jonsson und Wilhelm mit 915 Zählern punktgleich an der Spitze des Gesamtklassements.

Die im bayerischen Ruhpolding lebende Kati Wilhelm hat in dem Duell mit der Schwedin dank der Streichwertung die bessere Ausgangsposition. Beim "Biathlon-Rotkäppchen" wird am Ende lediglich ein Punkt gestrichen, während Helena Jonsson gleich 17 Zähler für einen zu streichenden 24. Platz verliert. "Ich muss nur das machen, was ich kann. Ich muss ausblenden, dass es um die Große Kugel geht", meinte die dreimalige Olympiasiegerin.

Im Vorjahr hatte Magdalena Neuner die Große Kristallkugel im letzten Rennen gewonnen, diesmal zeigte sie am Ende einer für sie durchwachsenen Saison noch einmal ihre Klasse. Die Bayerin musste am Samstag nur zweimal in die Strafrunde und gewann in 27:53,0 Minuten die Verfolgung mit einem Vorsprung von 28,8 Sekunden vor Michela Ponza aus Italien. "Es ist ein total schönes Gefühl, wenn beim Stehendschießen die Scheiben auch mal umfallen", sagte sie. Zuletzt hatte Magdalena Neuner immer wieder mit Fehlern am Schießstand, vor allem im Stehendanschlag, zu kämpfen.

Wilhelm lag 2:47,6 Minuten hinter Neuner zurück und kam nur auf Rang 19. Doch Helena Jonsson machte es als 16. nicht viel besser, so dass ihre deutsche Rivalin weiter Punkte gut machen konnte. Unter die Top 15 liefen als 14. noch Tina Bachmann (Schmiedeberg), die Sprint- Gewinnerin des Vortages, Simone Hauswald (Gosheim/13.), Martina Beck (Mittenwald/12.) und Andrea Henkel (Großbreitenbach/9.). Bei den Männern war der dreimalige Olympiasieger Michael Greis als Vierter einmal mehr bester Biathlet des Deutschen Skiverbandes (DSV). Sprint- Sieger Arnd Peiffer aus dem Harz kam nach vier Schießfehlern auf Rang 15. Besser waren der Schlechinger Andreas Birnbacher als Elfter und Simon Schempp aus Uhingen als Zehnter nach nur einem Schießfehler.

Seinen 90. Weltcupsieg verpasste Ole Einar Björndalen nur knapp. Der Norweger verlor über die 12,5 Kilometer hauchdünn um 0,1 Sekunden gegen seinen Landsmann Emil Hegle Svendsen und wurde wie schon am Donnerstag im Sprint Zweiter. Trotzdem gewann Björndalen nach seinem bereits feststehenden Sieg im Gesamtweltcup auch die Saisonwertung im Jagdrennen.

DPA / DPA

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