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Boxen: Sylvester siegt im Stil eines "Hurrikans"

Profi-Boxer Sebastian Sylvester bleibt IBF-Weltmeister im Mittelgewicht. Der 29 Jahre alte Greifswalder verteidigte seinen Titel im Neubrandenburger Jahnsportforum durch einen K.o-Sieg über den Amerikaner Billy Lyell. Er brauchte dafür aber länger, als erwartet.

Draußen wütete der Schneesturm, drinnen tobte der "Hurrikan": Box-Weltmeister Sebastian Sylvester wurde seinem Kampfnamen gerecht und fegte Herausforderer Billy Lyell (USA) Samstagnacht vor 4500 Zuschauern aus dem Ring des Neubrandenburger Sportforums. Ganz zufrieden war Sylvester nach dem technischen K.o.-Sieg in der zehnten Runde dennoch nicht. "Ich wollte unbedingt vorzeitig gewinnen und habe zu sehr auf die Rechte gesetzt. Dadurch fehlte mir zeitweise die Lockerheit", urteilte der 29 Jahre alte IBF-Champion im Mittelgewicht aus Greifswald selbstkritisch ein.

Die begeisterte Kulisse in Sylvesters "Wohnzimmer" sah dies indes nicht so verbissen und feierte ihren Lokalmatadoren für den 33. Sieg im 36. Kampf seiner Karriere überaus euphorisch. Selbst die gegnerische Seite stimmte in die Lobeshymnen ein. "Ich glaube, inzwischen würde Sylvester auch Felix Sturm bezwingen", meinte Lyells Manager Pat Nelson. Gegen WBA-Weltmeister Sturm hatte Sylvester im November 2008 in einem WM-Kampf eine klare Punkt-Niederlage bezogen.

Unbändiger Fleiß und Beharrlichkeit

Inzwischen aber präsentiert sich der Schützling von Trainer Karsten Röwer wesentlich stärker und stabiler. Das stellte der gebürtige Greifswalder, dessen Markenzeichen unbändiger Fleiß und Beharrlichkeit sind, auch gegen Lyell unter Beweis. Sylvester beeindruckte den Amerikaner, der kurzfristig als Herausforderer eingesprungen war, vom ersten Gong an und punktete immer wieder mit seiner starken rechten Führhand.

Lyell schien bereits in der zweiten Runde angeknockt und konnte sich auch in der Folge nicht wie erhofft in Szene setzen. Im Gegenteil: Der "Hausherr" wurde trotz eines Cuts an der Stirn immer dominanter, so dass die Ecke des Amerikaners schließlich keine Siegchance mehr sah und nach 37 Sekunden der zehnten Runde aufgab. "Er hat Billy immer wieder getroffen. Es war unsinnig, ihn weiter boxen zu lassen", sagte Lyells Trainer Jack Loew.

Sylvester darf sich so weiter mit dem IBF-Gürtel schmücken und auf den nächsten großen Zahltag hinarbeiten. Eine Revanche gegen Sturm, der mit dem Universum-Boxstall im juristischen Streit befindet, wird es allerdings vorerst nicht geben. "Als nächstes muss Sebastian seine Pflichtverteidigung gegen Roman Karmazin bestreiten", sagte Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer. Der in Los Angeles lebende, bereits 37 Jahre alte Russe hatte sich das Recht dazu Anfang Januar in einem Ausscheidungs-Fight erkämpft.

Günter Schulz, DPA / DPA

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