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Olympische Spiele 2021 Die Zweifel an den Sommerspielen in Tokio wachsen

Viele Regeln, viele Verbote: Die Stimmung bei Olympia in Tokio wird nicht so sein, wie man es von vergangenen Spielen kennt 
Viele Regeln, viele Verbote: Die Stimmung bei Olympia in Tokio wird nicht so sein, wie man es von vergangenen Spielen kennt 
© Eugene Hoshiko / DPA
Im Sommer finden die Olympischen Spiele in Tokio statt - daran lässt das IOC keinen Zweifel. Doch nach hohen Infektionszahlen bei der Leichtathletik-WM in Polen wächst die Skepsis unter deutschen Athleten und auch im Japan sind längst nicht alle überzeugt.

Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat kürzlich vorgeschlagen, die Olympischen Spiele in das Jahr 2024 zu verlegen. "Ich würde die Spiele lieber auf 2024 schieben und sagen, die Welt hat noch mal zwei Jahre Zeit, mit Impfstoff, mit Impfkampagnen", sagte die 35-Jährige im Olympia-Podcast der "Sportschau". Dressurreiterin Isabell Werth, sechsfache Goldmedaillengewinnerin bei Olympischen Spielen, sieht das anders: "Wir hoffen alle, dass es stattfindet," gab sie im selben Podcast kund.

Die unterschiedlichen Gefühlslagen machen deutlich, dass unter den deutschen Athleten keine Einigkeit darüber herrscht, ob die Spiele nun stattfinden sollen oder nicht. Allerdings darf man davon ausgehen, dass eine Mehrheit für die Austragung der Spiele in Tokio ist. Olympia ist und bleibt der größte Traum der meisten Athleten, viele haben nur einmal in ihrer Karriere die Gelegenheit, daran teilzunehmen.

Thomas Bach: Es gibt keinen Grund zu zweifeln

Auf diese Unterstützung setzt das Internationale Olympische Komitee unter Präsident Thomas Bach: "Tokio bleibt die am besten vorbereitete Olympiastadt überhaupt und wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die Eröffnungsfeier am 23. Juli stattfinden wird", wiederholt der IOC-Chef wie ein Mantra bei seinen zahlreichen Auftritten.

Doch die Skepsis, wie sie Schwanitz zum Ausdruck brachte, wächst. Bei der Leichtathletik-Europameistermeisterschaft im polnischen Torun Anfang März infizierten sich von 700 Sportler nach letzter Zählung 51 mit dem Coronavirus – eine erschreckend hohe Quote. Hohe Infektionszahlen gab es auch bei einem Fecht-Weltcup in Budapest.

Vielen gilt das als Warnung. Der Verein Athleten Deutschland verfasste ein Positionspapier, in dem sie mehr eindeutige Aussagen des IOC fordern: "Insgesamt ist es unwahrscheinlich, dass sich Infektionen komplett vermeiden lassen werden. Das IOC muss daher transparent kommunizieren, unter welchen Bedingungen die Spiele stattfinden können und unter welchen nicht", schreiben sie.

Die Skepsis ist auch in Japan groß

Die Skepsis ist auch in Japan groß. Das Land ist weit davon entfernt, in olympischer Vorfreude zu schwelgen. Glaubt man Umfragen, sind die Japaner nicht gerade begeistert davon, dass in Zeiten der Corona-Pandemie über 11.000 Athleten für die Sommerspiele und später über 4.000 für die Paralympics zusammenkommen, die alle Trainer, Funktionäre, Helfer und Journalisten im Schlepptau haben.

Japan ist bislang relativ gut durch die Pandemie gekommen, dennoch halten sich wegen des schleppenden Impftempos die Ängste vor rasant wachsenden Infektionszahlen. Unsicher ist, ob, wie vom IOC erhofft, zumindest die meisten Athleten schon vor der Eröffnung am 23. Juli gegen das Virus geimpft sein werden. "Wir dürfen nicht unvorsichtig werden", mahnte Ministerpräsident Suga. Weitere Einschnitte in Tokios milliardenteure Olympia-Pläne könnten folgen.

Wettkampf unter Laborbedingungen

Organisationchefin Seiko Hashimoto setzt auf den symbolträchtigen Fackellauf, der am 25. März in Fukushima startet, um für die Spiele zu werben. Für die Rettung des olympischen Geistes werde man "alles tun, was nötig ist", versicherte sie. Mit umfangreichen Corona-Schutzmaßnahmen wollen die Olympia-Macher das Vertrauen der Japaner zurückgewinnen. Rund 760 Millionen Euro sollen in die Vermeidung von Infektionen fließen. Ausländische Zuschauer werden ganz ausgeschlossen. Damit ist nur eines gewiss: Wenn die Olympischen Spiele stattfinden, dann unter sterilen Laborbedingungen.

Quellen: DPA, "Sportschau Olympia Podcast"


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