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Eishockey-WM DEB-Team verpasst Sensation: 2:3 gegen Russland


Den Eishockey-Weltmeister geärgert, aber eine Sensation verpasst: Gastgeber Deutschland hat auch den 36. WM- Vergleich gegen Rekordchampion Russland verloren, darf trotz des 2:3 (0:1, 1:1, 1:1) am Samstag aber weiter auf das Viertelfinale hoffen.

Zweiter Zwischenrundengegner ist bereits an diesem Sonntag (20.15 Uhr/Sport 1) in Köln Weißrussland, am Dienstag folgt noch die Partie gegen die Slowakei. Dann sollen die nötigen Punkte her, um erstmals seit 2003 unter die besten Acht zu kommen.

"Es war sicherlich eine gute Leistung, wir haben zum Teil bessere Chancen als die Russen gehabt", sagte Bundestrainer Uwe Krupp, dachte aber auch schon an die Weißrussen: "Das wird ein ganz heißes Spiel - es ist immer fifty-fifty mit dem Spiel von heute in den Knochen."

Mit etwas Glück wäre mehr drin gewesen


Seine Schützlinge überzeugten trotz der Niederlage. Der DEB- Auswahl gelang trotz bester Chancen allerdings nur zweimal der Anschluss durch den überragenden NHL-Profi Christian Ehrhoff (40.), der erstmals bei dieser WM aufgelaufen war, und Alexander Barta (54.). Für den schwer erkämpften Viertelfinal-Einzug des 25-maligen Weltmeisters sorgten Ilja Kowaltschuk (15.), Nikolai Kulemin (26.) und Superstar Alexander Owetschkin (50.).

"Mit ein bisschen mehr Glück hätte man vielleicht was mitnehmen können. Wir können stolz auf uns sein", sagte Barta, warnte jedoch: "Das beflügelt uns, aber wir dürfen jetzt nicht abheben. Morgen ist ein wichtiges Spiel für uns, da wollen wir drei Punkte holen."

Krupps Schützlinge zeigten wie gefordert keine Angst vor den großen Namen. Elf Profis aus der Nordamerika-Liga NHL standen für Russland auf dem Eis, darunter auch erstmals Pawel Dazjuk. Die erst am Samstag gelandeten Jewgeni Malkin und Sergej Gontschar vom entthronten Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins fehlten noch.

Es haperte an der Chancenausnutzung


Als zweiter NHL-Akteur neben Kapitän Marcel Goc war bei den Hausherren der stürmisch bejubelte Ehrhoff dabei. Der aus Moers stammende Rheinländer sorgte in Überzahl wie erhofft sofort für Gefahr mit seinen harten Schüssen von der blauen Linie. Torhüter Semjon Warlamow konnte zweimal nur abprallen lassen (4./17.). Vom langen Flug und der Zeitumstellung war beim Verteidiger nichts zu sehen. "Es ist sehr wichtig, dass Christian da ist", betonte Krupp.

Das erste Tor fiel aber auf der anderen Seite, als gerade eine Strafe gegen die Deutschen angezeigt war und die Russen mit sechs gegen fünf Feldspieler agierten. Kapitän Kowaltschuk wuchtete einen von der Bande abprallenden Puck ins Netz. Der erstmals im deutschen Tor aufgebotene Russland-Legionär Dimitrij Kotschnew, der zuvor mehrfach stark rettete, war dabei ohne Abwehrchance. "Wir haben ein paar gute Chancen gehabt, selbst in Führung zu gehen", sagte Ehrhoff - doch an deren Ausnutzung haperte es wie so oft.

Deutschland hielt mit Körpereinsatz dagegen


Vor den 18.343 Fans, darunter erneut auch etliche russische Anhänger, suchte das DEB-Team weiter den Weg vor das Tor des Titelverteidigers, dem der deutsche Körpereinsatz nicht behagte. Doch Kulemin sorgte mit seinem Abfälscher zum 0:2 kurzfristig für Ernüchterung. Auf der anderen Seite brachten weder Sven Felski (32.) noch Felix Schütz (33.) den Puck aus bester Position unter.

Das gelang eine Sekunde vor Drittelende erst Ehrhoff nach feinem Rückpass von Michael Wolf. Alexander Barta (49.) verpasste sogar das 2:2, wenig später war Owetschkin nach toller Vorlage von Alexander Sjomin zur Stelle und machte auch im vierten WM-Spiel sein Tor. Doch Barta sorgte noch einmal für Spannung und leitete die Schlussoffensive ein. Der Ausgleich gelang aber nicht mehr.

Schock zum Auftakt

"Wir haben uns vorgenommen, ganz hart zu spielen von der ersten bis zur letzten Minute - das ist uns gelungen", sagte Nikolai Goc, der sich außer über den Sieg noch über sein erstes Länderspieltor freuen durfte. "Wir wollten hinten nichts zulassen. Wir haben gut in der Box gestanden und alle Scheiben rausgekriegt, das war der Schlüssel", sagte der Abwehrspieler, der in Hannover mit seinem anderen Bruder Sascha gerade erstmals deutscher Meister wurde.

Die Partie hatte indes denkbar schlecht begonnen: Als Patrick Hager und Alexander Sulzer auf der Strafbank saßen, war der auch schon in der NHL aktive Philip Larsen aus Nahdistanz zur Stelle. Nordamerika-Profi Peter Regin hatte Larsen mustergültig bedient. Torhüter Dennis Endras, der ins deutsche Gehäuse zurückgekehrt war, hatte keine Chance. Wenig später musste noch Sven Felski in die Kühlbox, doch diese 3:5-Unterzahl überstanden die Gastgeber.

Erst danach fand das Team von Bundestrainer Uwe Krupp endlich ins Spiel und schaffte in Überzahl schnell den Ausgleich. NHL-Profi Marcel Goc fälschte in Überzahl einen Schuss von Sulzer unhaltbar ab. Christoph Ullmann und John Tripp hatten nur Sekunden später sogar die Führung auf den Schlägern.

DPA DPA

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