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EM-Qualifikation: DHB-Team trotzt Krise und Ausfällen

Fern der Heimat und den Querelen um die Korruptionsaffäre haben Deutschlands Handballer in der Qualifikation zur Europameisterschaft ihren dritten Sieg im dritten Spiel eingefahren. Und das, obwohl in Minsk gegen Weißrussland gleich vier Leistungsträger verletzt passen mussten.

Deutschlands Handballer haben auch mit einer Verlegenheits-Auswahl der Korruptionskrise in der Heimat und den eigenen Personalproblemen getrotzt. Ohne vier Führungskräfte hat die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Mittwochabend ihren Siegeszug in der EM-Qualifikation fortgesetzt. Mit dem 25:23 (16:11) am Mittwochabend in Minsk gegen Weißrussland feierte der WM-Fünfte auf dem Weg zum Turnier in Österreich seinen dritten Sieg im dritten Spiel. "Ich bin froh und stolz, wie die Mannschaft hier gewonnen hat. Wir haben binnen eines Jahres neun neue Spieler eingebaut. Imponierend war der Siegeswille", sagte Nationaltrainer Heiner Brand.

Vor der nächsten Partie am Sonntag (15.30 Uhr) in Aschaffenburg gegen Israel liegt das DHB-Team trotz weißer Weste in der Tabelle der Gruppe 5 hinter den punktgleichen Slowenen. Die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die EM. Vor 3500 Zuschauern im ausverkauften Sportpalast von Minsk warf Kreisläufer Sebastian Preiß (Lemgo/9) die meisten Tore für das DHB-Team, das seine ersten beiden Gruppenspiele gegen Bulgarien (42:11) und Slowenien (27:26) gewonnen hatte.

Brand löst Besetzungsprobleme

"Wir müssen den Handball so schön präsentieren wie er ist", forderte der pausierende Torhüter Carsten Lichtlein, der wohl gegen Israel zum Einsatz kommen wird. Auch DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier erwartete sportlichen Glanz gegen die düsteren Vorgänge um angeblich manipulierte Spiele und versuchte Bestechung von Schiedsrichtern. "Wir haben die Chance, eine ganze Menge wieder gut zu machen", sagte der Funktionär und erhielt dabei Unterstützung von Brand: "Wir sind alle etwas betroffen von den Dingen, die gelaufen sind. Ich hoffe, dass wir positive Schlagzeilen machen."

Zunächst aber hatte der Bundestrainer einmal mehr gravierende Besetzungsprobleme zu lösen. Gleich vier Leistungsträger standen nicht zur Verfügung: Pascal Hens (Hamburg/Achillessehnenreizung), Holger Glandorf (Lemgo/Magen-Darm-Infektion) sowie die nach schweren Verletzungen gerade erst wieder in die Bundesliga zurückgekehrten Michael Kraus (Lemgo) und Christian Sprenger (Magdeburg). Zudem blieb Rechtsaußen Christian Schöne (Göppingen) wegen der bevorstehenden Geburt seines Kindes zu Hause.

Gleich hellwach

Trotz des Handicaps startete die deutsche Mannschaft furios. Mit einer bärenstarken Abwehr kaufte der Gast den Weißrussen von Beginn an den Schneid ab. Über 4:1 (6.) setzte sich der EM-Vierte auf 12:5 (17.) ab. Danach stellte Weißrussland die Deckung um und brachte so das junge deutsche Team aus dem Tritt. Der Vorsprung schmolz auf 12:9 (23.).

Doch aus der Bedrängnis befreite sich der neu formierte WM-Fünfte trotz des unerfahrenen Rückraums mit Sven-Sören Christophersen, Timo Salzer (beide Wetzlar) und Steffen Weinhold (Nordhorn) und zog bis zur Pause auf 16:11 davon. Mit einem Zwischenspurt nach Wiederanpfiff enteilte die deutsche Mannschaft auf 19:11 (37.), wurde dann aber von den aggressiver werdenden Weißrussen von ihrer Linie abgebracht. Nach dem 24:21 (55.) musste das DHB-Team noch einmal um den verdienten Erfolg zittern.

DPA / DPA

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