HOME

Europameisterschaft: Deutsche Handballer für die Hauptrunde qualifiziert

Die deutschen Handball-Männer haben bei der EM in Slowenien die Hauptrunde erreicht. Nach der Auftaktniederlage gelang dem Team von Heiner Brand ein klarer 41:32 (21:13)-Erfolg über Polen.

Die deutschen Handballer haben sich den Frust von der Seele geworfen und sind vorzeitig in die Hauptrunde der Handball-Europameisterschaft in Slowenien eingezogen. Einen Tag nach der 26:28-Auftaktniederlage gegen Serbien und Montenegro deklassierten die Deutschen am Freitagabend in Koper Polen mit 41:32 (21:13). Vor 2500 Zuschauern war der Lemgoer Kapitän und Spielmacher Markus Baur (12/6) überragender Spieler in der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Für die weitgehend überforderten Polen traf der Magdeburger Bundesliga-Spieler Grzegorz Tkaczyk (9/3) am besten.

Durch den ersten Sieg in der Vorrundengruppe D ist der WM-Zweite wie Frankreich bereits für die nächste Runde qualifiziert, weil die Polen bei ihrer zweiten Niederlage den direkten Vergleich mit den Deutschen verloren haben und dadurch hinter ihnen platziert sind. "Das war ein komplett anderes Spiel. Die ernsten Worte des Trainers haben gefruchtet. Der Sieg ist aber nur von Wert, wenn wir am Sonntag auch den Turnierfavoriten Frankreich schlagen", urteilte DHB- Vizepräsident Horst Bredemeier.

Ein Sieg war Pflicht

"Nichts ist verloren. Heute geht es von vorne los. Wir können selbst noch bestimmen, wo es hingeht. Wir müssen gewinnen, um im Geschäft zu bleiben", hatte Bundestrainer Heiner Brand vor der Partie verkündet. Intensiv und akribisch hatte er sich und seine Mannen auf die Polen vorbereitet. Nach nur drei Stunden Schlaf begann Brand Freitagmorgen um 6.00 Uhr mit dem Videostudium.

Mit großem Siegeswillen

Der Aufwand hat sich gelohnt. Im Vergleich zum Vortag wirkte die Mannschaft wie ausgewechselt. Alles was Brand gegen Serbien und Montenegro bemängelt hatte, war abgestellt. Geistig und körperlich frisch, mit Begeisterung und Enthusiasmus ließen die deutschen Handballer von Anfang an keinen Zweifel an ihrem Siegeswillen.

Der Bundestrainer begann mit der eingespielten Formation des deutschen Meisters TBV Lemgo, die durch Torsten Jansen (Hamburg) auf Linksaußen und den glänzenden Torhüter Henning Fritz (Kiel) ergänzt wurde. Binnen einer Viertelstunde sorgte die Sieben für klare Verhältnisse. Rechtsaußen Florian Kehrmann erzielte das 10:4 (17.).

Klare Halbzeitführung

Auch danach aber ließ der EM-Zweite nicht in seinen Bemühungen nach. "Wir müssen konzentriert und aggressiv hinten stehen", hatte Fitz vor der Partie gefordert. Dies setzten seine Vorderleute konsequent um. Aus der dynamischen und einsatzbereiten Abwehr, die die wurfstarken polnischen Rückraumspieler nie zur Entfaltung kommen ließ, liefen die deutschen Spieler immer wieder erfolgreiche Tempo-Gegegenstöße. So setzte sich der wieder erstarkte Favorit bis zur Pause auf 21:13 ab.

Im zweiten Durchgang steigerte die DHB-Auswahl den Vorsprung beim 24:14 (34.) erstmals auf zehn Tore. Diesen Vorteil verteidigte sie problemlos, obwohl Bundestrainer Brand auch der zweiten Reihe mehr Einsatzzeiten gewährte.

Auch Ungarn und Slowenien weiter

Neben Deutschland und Frankreich haben auch Ungarn und Slowenien die Hauptrunde bei der Handball-Europameisterschaft erreicht. Frankreich gewann gegen den Deutschland-Bezwinger Serbien und Montenegro mit 23:20 (13:7) und feierte damit seinen zweiten Erfolg.

Ungarn und Slowenien weisen in der Gruppe C nach zwei Spielen eine "weiße Weste" auf. Die Magyaren setzten sich am Freitagabend in Celje mit 32:29 (15:15) gegen Island durch. Anschließend bezwangen die Slowenen Tschechien mit 37:33 (15:18) und übernahmen vor dem letzten Vorrunden-Spieltag am Sonntag in ihrer Gruppe dank des besseren Torverhältnisses die Führung vor dem punktgleichen Team aus Ungarn. Tschechien und Island haben weiterhin keinen Zähler auf dem Konto.

Wissenscommunity