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EXTREMSPORT: Der härteste Marathon der Welt

Zehn Läufer werden in diesen Tagen den Extrem-Sport auf die Spitze treiben. Beim ersten Marathon in der Antarktis geht die Ziellinie genau durch den geographischen Südpol.

Ultramarathon-Läufer haben schon viele extreme Rennen unter härtesten Bedingungen gemeistert. Etwa das »Badwater-Rennen« durch das kalifornische Tal des Todes, den Jungfrau-Marathon, der auf 2000 Meter Höhe an der Eigernordwand endet, oder die Durchquerung der Boa Vista-Insel im Atlantik über Wüstensand und Vulkangestein. Eine Gruppe von zehn Läufern wird in diesen Tagen den Extrem-Sport auf die Spitze treiben. Beim ersten Marathon im Herzen der Antarktis geht die Ziellinie genau durch den geographischen Südpol. Bei minus 20 Grad Celsius, den »wärmsten« Temperaturen während des antarktischen Südsommers, führt die 42 Kilometer lange Strecke über das 3000 Meter hohe Inlandseisplateau. Der Startschuss soll, je nach Wetterlage, an diesem Samstag oder Sonntag fallen.

»Fit, ausdauernd und willensstark«

Die Teilnehmer sollten »fit, ausdauernd und willensstark« sein, verlangt der US-Veranstalter »Adventure Network International«, ein Anbieter von Extremsport- und Abenteuerreisen. Neben neun Männern aus den USA und Irland geht eine Frau an den Start: die Bonnerin Ute Grüner. Die 55-jährige Beamtin im Wirtschaftsministerium für Telekommunikationspolitik hat schon zahlreiche extreme Bergtouren unternommen. So erreichte sie im Jahr 2000 als erste deutsche Frau ohne motorisierte Hilfsmittel auf Skiern den Nordpol.

42 Kilometer durch das antarktische Eis

Vom chilenischen Punta Arenas haben die Läufer Anfang dieser Woche mit einem Expeditionsflugzeug das antarktische Sommerbasislager »Patriot Hills« erreicht. Bei guten Wetterverhältnissen sollten sie am Donnerstag nach einem sechsstündigen Flug den Ausgangspunkt für den Marathon, 42 Kilometer vom Südpol entfernt, erreichen. Mindestens zwei Tage müssen sie dort ihrem Körper Zeit geben, sich an die harten Bedingungen und an die 24 Stunden Sonnenlicht zu gewöhnen.

Extremtemperaturen

Nach Angaben der Veranstalter sind die Luftverhältnisse in der Antarktis mit einer Höhenlage von 4000 Metern zu vergleichen. Die Läufer müssen sich einen Weg durch eis- und windverkrusteten Schnee bahnen und können bei jedem Schritt bis zu zehn Zentimeter tief einsinken. Sie müssen auf starke Winde und Extremtemperaturen gefasst sein.

12 Stunden unterwegs

Die Laufschuhe im Gepäck der Ultra-Marathoner sind zwei Nummern zu groß, damit die Zehen durch warme Socken vor Erfrierungen geschützt werden können. Adventure Network rechnet in der eisigen Umgebung mit einer Laufzeit von rund 12 Stunden. Wer das Ziel erreicht, kann dort mit lautem Applaus rechnen. Die USA unterhalten am Südpol eine Forschungsstation, die im antarktischen Sommer von einigen hundert Menschen bewohnt wird.

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