Freistil-Weltrekord "Absoluter Wahnsinn"


Jubelnd stieß Britta Steffen die Arme in den Himmel von Budapest: Aus dem Nichts schwamm sie bei den Europameisterschaften in 53,30 Sekunden zu Weltrekord und Titel über 100 m Freistil.

"Unglaublich, ich kann es nicht fassen. Das ist der absolute Wahnsinn, ich begreife es nicht", sagte die Studentin. Helge Meeuw scheiterte im Halbfinale über 200 m Schmetterling, buchte aber das Ticket für den Endlauf über 50 m Rücken. Die Wasserspringer Tobias Schellenberg und Sascha Klein schieden vom Einmeterbrett im Vorkampf aus.

Frankreichs Star Laure Manaudou löschte bei ihrem Sieg über 800 m Freistil in 8:19,29 Minuten den fast 19 Jahre alten Europarekord der Magdeburgerin Anke Möhring. Die 19-jährige Manaudou schickte den letzten Einzel-Europarekord der DDR in die Vergangenheit und buchte zudem die Finals über 200 m Lagen und 100 m Rücken.

Tränen des Glücks

Britta Steffen weinte nach ihrem großen Triumph vor Glück und nahm die Glückwünsche von Franziska van Almsick entgegen. "Ich habe mir gesagt, ich will nicht voll angehen und habe dann hinten raus nur noch gekämpft", beschrieb Britta Steffen ihr großes Rennen zwei Tage nach dem Staffel-Weltrekord. Jahrelang war sie nur "zweite Wahl", jetzt gibt sie den Ton an. Mit psychologischer Unterstützung hat sie neues Selbstvertrauen aufgebaut. Dazu gehört auch die Erkenntnis: "Schwimmen ist nicht alles. Wenn es mal nicht so läuft, geht das Leben weiter."

Beim Sieg der Ukrainerin Ganna Chlistunowa über 100 m Brust in 1:07,55 Minuten blieb Sarah Poewe (Wuppertal) nur Platz sieben. Der 19 Jahre alte Paul Biedermann (Halle/Saale) wurde über 200 m Freistil ebenfalls Siebter. Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden holte sich in seinem ersten großen Rennen nach seiner Bandscheibenoperation Gold in 1:45,65 Minuten.

Verlierer Meeuw

Die ehemalige Weltmeisterin Antje Buschschulte aus Magdeburg qualifizierte sich nach ihrem Fehlstart über 50 m Schmetterling als Halbfinal-Zweite hinter der Ingolstädterin Janine Pietsch für den Endlauf über 100 m Rücken an diesem Donnerstag. Nicole Hetzer (Burghausen), EM-Zweite über 400 m Lagen, zog als Halbfinal-Vierte in 2:14,60 Minuten in den Endlauf über 200 m Lagen ein. Die Hildesheimerin Katharina Schiller schied aus.

Helge Meeuw musste nach seinem enttäuschenden siebten Platz über 100 m Rücken in schwachen 2:00,55 Minuten als 12. den Halbfinal-K.o. über 200 m Schmetterling quittieren. "Ich muss mich einfach hineinsteigern", hatte der 21 Jahre alte Wiesbadener nach dem Vorlauf noch gesagt. Über 50 m Rücken zog er als Dritter ebenso in das Finale ein wie Steffen Driesen (Wuppertal) als Fünfter. "Da hatte ich mal wieder Grund, zufrieden zu sein", meinte Meeuw. Der Ungar Laszlo Cseh gewann sein "Heimspiel" über 200 m Lagen, Esther Baron (Frankreich) wurde Europameisterin über 200 m Rücken.

Nach dem Abbruch des Finalabschnitts am Dienstagabend wegen wolkenbruchartiger Regenfälle steht die Zukunft von internationalen Wettkämpfen in Freibädern zur Diskussion. Bundestrainer Manfred Thiesmann sprach sich grundsätzlich für die Halle aus. Techniker mussten nach Wasserschäden ausgefallene Leitungen und Geräte in Stand setzen. Fernsehübertragungen waren förmlich ins Wasser gefallen.

Richard Janssen und Dietmar Fuchs/DPA


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