Hockey-WM Geiler als die Inder


Vor der Auftaktpartie gegen Indien hatte Bundestrainer Bernhard Peters seinen Schützling "Geilheit" empfohlen. Und das hat genützt. Vor einer Rekordkulisse bezwang das junge deutsche Team in einer spannenden Partie den Rekord-Olympiasieger.

Christopher Zeller hat Hockey-Weltmeister Deutschland beim Unternehmen Titelverteidigung einen Auftakt nach Maß beschert. Mit zwei Treffern (26./69. Minute) war der Torjäger aus München am Mittwoch im Eröffnungsspiel der Heim-WM in Mönchengladbach maßgeblich am knappen, aber verdienten 3:2 (1:0)- Erfolg der jungen Mannschaft von Bundestrainer Bernhard Peters über Asienmeister Indien beteiligt. Vor der mit 7 500 Zuschauern größten Kulisse bei einem Hockey-Länderspiel in Deutschland hatte Oliver Hentschel (59.) das dritte Tor zum Sieg beigesteuert. Für den Rekord- Olympiasieger aus Indien traf Shivendra Singh doppelt (54./64.).

"Das Wichtigste ist dieser Sieg. Man hat meinen Jungs die Anfangs-Nervosität angemerkt, aber sie haben toll gekämpft", meinte Peters, der seine Asse vorher eindringlich aufgefordert hatte: "Wir müssen geil auf den Sieg sein." Mit Abwehr-Routinier Philipp Crone, dessen 333. Länderspiel-Einsatz nach Magen-Darm-Grippe erst kurz vor Spielbeginn feststand, agierten die Deutschen bei sommerlichen Temperaturen um 28 Grad von Beginn an druckvoll. Matthias Witthaus (4.) und Zeller (8.), der nach einem gekonnten Solo mit einem schönen Linksschuss den Pfosten traf, boten sich die ersten guten Einschussmöglichkeiten.

Matchwinner Zeller

In der Folge kamen die unberechenbaren Inder, die ihren letzten großen Erfolg beim Olympiasieg 1980 in Moskau feierten, dann jedoch besser ins Spiel. Torwart Uli Bubolz, der überraschend den Vorzug vor der bisherigen Nummer 1, Christian Schulte, erhalten hatte, rückte in den Mittelpunkt und bestand seine ersten beiden Bewährungsproben (14./16.). Deutschlands erste Strafecke brachte dann den erlösenden Führungstreffer, den Spieler und Fans enthusiastisch feierten. Bubolz rettete das 1:0 gegen den freistehenden Khandker (32.) in die Pause.

Nach Wiederbeginn nutzte die DHB-Elf ihre numerische Überlegenheit - Kanwalpreet Singh kassierte eine Fünf-Minuten-Strafe - nicht und auch Moritz Fürste (47.) kam freistehend an d’Souza nicht vorbei. Die Inder erhöhten nun den Druck und wurden belohnt: Bubolz parierte Indiens erste Strafecke noch glänzend, bei der zweiten "Kurzen" war Shivendra Singh dann aber im Nachschuss erfolgreich.

Nun ging das Spiel in einem offenen Schlagabtausch hin und her, die Deutschen legten noch mal eine Schippe drauf und ausgerechnet Hentschel, der das letzte WM-Ticket im deutschen 18er-Kader ergattert hatte, sorgte für das 2:1. Doch ein kapitaler Abspielfehler durch Jan-Marco Montag ermöglichte den Indern zunächst den glücklichen Ausgleich, ehe Matchwinner Zeller den Schläger zum zweiten Mal erfolgreich einsetzte.

DPA/kbe


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