Hockey-WM Mit einem Bein im Halbfinale


Deutschlands Hockey-Spieler punkten ohne Ende. Der Einzug ins Halbfinale ist nach dem klaren Sieg über Südafrika greifbar nah. "Mit dieser Mannschaft ist alles möglich", sagt Trainer Bernhard Peters vor dem entscheidenden Match gegen Korea.

Mit einer Tor-Gala hat Titelverteidiger Deutschland bei der Hockey-Weltmeisterschaft in Mönchengladbach das Tor zum Halbfinale weit aufgestoßen. Im vorletzten Gruppenspiel erzielte die Mannschaft von Bundestrainer Bernhard Peters einen 5:0 (2:0)-Erfolg über Südafrika und hat in der Gruppe B dank ihres guten Trefferkontos beste Chancen auf das Weiterkommen. Zwar weisen wie der Weltmeister auch die Niederlande nach dem 6:1 über Indien sowie Südkorea 10 Punkte auf, doch der Top-Favorit aus den Niederlanden hat bereits alle Gruppenspiele absolviert. Mit einem Unentschieden im Duell am Mittwoch würden Deutschland und Südkorea gemeinsam im Titelrennen bleiben - und "Oranje" wäre gescheitert. Eine Niederlage kann sich das DHB-Team allerdings nicht leisten.

"Vom Willen her ist dieser Mannschaft alles zuzutrauen. Wenn wir gegen Südkorea bestehen und dann noch etwas selbstbewusster werden, ist mit dieser Mannschaft alles möglich", sagte Bundestrainer Peters zufrieden. Und Mittelfeld-Ass Björn Emmerling versprach dem Publikum: "Wenn ihr uns weiter so unterstützt, dann geben wir alles, schlagen die Koreaner und ziehen mit euch ins Halbfinale ein."

Druckvoll und hochkonzentriert

Vor 9000 Zuschauern im HockeyPark trafen Christopher Zeller (3.), Matthias Witthaus (32./65.) mit seinen ersten beiden WM-Toren, Oliver Hentschel (63.) und Sebastian Biederlack (69.) zum ungefährdeten Sieg. Zuvor war Australien schon in das Semifinale eingezogen. Der Olympiasieger setzte sich in Gruppe A 7:1 (3:1) gegen Neuseeland durch. Den zweiten zum Weiterkommen berechtigenden Semifinalplatz ermitteln am Mittwoch in einem Fernduell Spanien und Pakistan.

Bei hochsommerlichen Temperaturen agierte die deutsche Mannschaft von Beginn an druckvoll und hochkonzentriert. Die Südafrikaner kamen angesichts des deutschen Pressings nur selten aus der eigenen Hälfte heraus - und lagen früh hinten. Nachdem Witthaus' Schuss von Andrew Cronje noch kurz vor der Linie geklärt werden konnte (3.), war eine Minute später Zeller zur Stelle: Er verlängerte einen Steilpass von Philipp Crone gekonnt zum frühen 1:0. Es war schon das sechste Turnier-Tor des Stürmers, der bisher in jedem WM-Match getroffen hat.

Schlussspurt mit schönen Toren

Die Hausherren stürmten weiter munter drauflos, versäumten aber, die Führung auszubauen. Vor allem Zellers Nebenmann Witthaus, der bei dieser WM bisher noch nicht wie gewohnt auftrumpfen konnte, blieb das Schusspech treu: Erst scheiterte er an Torwart Chris Hibbert, dann am Außenpfosten (15./28.). Im vierten Anlauf machte es der Krefelder besser: Er umkurvte Hibbert und schoss zum umjubelten 2:0 ein.

Nach Wiederbeginn hatte Stammkeeper Uli Bubolz Glück, als ein abgefälschter Schuss am Pfosten landete (43.). Auf der Gegenseite verfehlte Hentschel (45.) für die deutsche Auswahl, die vorübergehend etwas Tempo aus der Partie nahm, das Ziel knapp. Die harmlosen Südafrikaner setzten sich dadurch besser in Szene, ohne allerdings ganz große Gefahrenmomente heraufzubeschwören. Im Schlussspurt fielen dann noch drei schöne Tore gegen den nun aufsteckenden Außenseiter.

Thomas Prüfer, DPA DPA

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