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Lance Armstrong: "Will diesen Sch... nicht mehr"

Lance Armstrong hat eine Rückkehr bei der Tour de France endgültig ausgeschlossen. Zu der anonymen Veröffentlichung der Armstrong belastenden Doping-Dokumente in den Medien gibt es indes eine überraschende Aussage.

Die belastenden Doping-Dokumente über den siebenfachen Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong (USA) sind vom Präsidenten des Radsport-Weltverbandes UCI, Hein Verbruggen, persönlich den Medien zugespielt worden. Diese überraschende Aussage machte der Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard Pound, auf einer Telefon-Pressekonferenz in Montreal. Bisher hatte die UCI bestritten, von derartigen Dokumente überhaupt gewusst zu haben und eine "undichte Stelle" im eigenen Haus gesucht.

Enthüllungen aus erster Hand

"Ja, Herr Verbruggen hat mir mitgeteilt, dass er selbst Journalisten die Dokumente gezeigt hat und ihnen mindestens eine Kopie ausgehändigt hat, und dies geschah, wie ich verstanden habe, vor der Veröffentlichung in der Zeitung", sagte Pound unter Bezug auf die Enthüllungen der "L’Equipe".

Die französische Sportzeitung hatte am 23. August unter Berufung des Anti-Doping-Labors in Chatenay-Malabry berichtet, dass nachträglich untersuchte, anonyme Urinproben von der Tour de France 1999 Armstrong zuzuordnen seien. Der Texaner hatte alle Vorwürfe vehement bestritten. Inzwischen sind drei weitere Profis durch angeblich positive Proben von 1999 belastet worden.

Comeback ausgeschlossen

Bei den Dokumenten, die Verbruggen französischen Journalisten zugespielt haben soll, handele es sich laut Pound um von Armstrong selbst unterschriebene Doping-Kontrollformulare. Die UCI wies Pounds Darstellung umgehend zurück. Armstrong selbst hat ein Comeback bei der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossen. Er sei überzeugt, dass er bei seiner Rückkehr keine faire Chance bekommen würde, sagte der 33 Jahre alte Texaner in einer anderen Telefonkonferenz. "Ich bin glücklich mit dem Verlauf meiner Karriere und deren Ende. Ich komme nicht zurück." Wegen der Dopingvorwürfe hatte der Radprofi noch vor wenigen Wochen zunächst ein Comeback bei der Tour de France 2006 in Erwägung gezogen.

"Piss them off"

Am Donnerstag wies Armstrong erneut alle Anschuldigungen zurück. "Ich sage das in ganz wenigen Worten. Ich habe nichts zu verbergen", behauptete der 33-Jährige. Ein Comeback komme nicht in Frage, weil ihm zu viel Feindseligkeit in Frankreich entgegenschlage sagte der Amerikaner, der zunächst seine eventuelle Rückkehr unter das Motto "Piss them off" gestellt hatte, was seine Popularität in Europa sicherlich auch nicht erhöhte.

Armstrong stellt sich nun als Opfer dar: in Frankreich könne er keine faire Behandlung mehr erwarten, daher sei eine Rückkehr in den Radsport ausgeschlossen "Ich habe das ganze eröffnet vor ein paar Wochen, indem ich sagte, ich käme vielleicht zurück. Aber heute bin ich in all dem wieder mitten drin. Ich weiß, wenn ich zurückkomme, dann bekomme ich es ab im Labor, am Straßenrand, im Hotel. Ich bin es leid, mich mit diesem Scheiß abzugeben. Ich habe hier gerade drei Kinder im Pool und sie schreien meinen Namen", so Armstrong in der Telefonkonferenz.

DPA / DPA

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