LEICHTATHLETIK Das Geld liegt auf der Straße


Mit dem Frühjahr hat die Marathon-Saison begonnen. Nach den Rennen in Paris und Boston stehen demnächst weitere Klassiker an. Für die Läufer-Elite geht es dabei um viel Geld.

Für die Marathon-Elite gehen die Zahltage bei den traditionellen Frühjahrsklassikern weiter. Nach Paris und der 105. Auflage in Boston stehen am kommenden Sonntag über die klassischen 42,195 Kilometer die Traditionsrennen in London, wo der fünfmalige

Cross-Weltmeister Paul Tergat aus Kenia sein Debüt geben will, Rotterdam und Hamburg auf dem Programm. Mehrere Millionen Dollar an Preisgeldern liegen im April im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße und müssen nur »aufgesammelt« werden. Allein bei diesen fünf Frühjahrsklassikern sind knapp 120.000 Läuferinnen und Läufer aktiv.

Über 15.000 Läufer beim ältesten Marathon-Rennen der Welt

Das weltweit älteste Marathon-Rennen in Boston mit 15.641 Startern aus 52 Ländern hatte am Montag mit dem Südkoreaner Lee Bong-ju (2:09:43), Olympia-Zweiter von 1996, und der Jahresweltbestzeit laufenden Vorjahressiegerin Catherine Ndereba (Kenia/2:23:53) zwei eindrucksvolle Sieger. Beide waren auf dem anspruchsvollen Kurs im zweiten Teilstück schneller als auf der bergab führenden ersten Hälfte und kassierten jeweils 80.000 US-Dollar. Der 30-jährige Südkoreaner beendete bei den Männern zugleich eine Kenia-Siegesserie von zehn ersten Plätzen in Folge seit 1991. Im geschlagenen Feld befanden sich mit Elijah

Lagat, Joseph Chebet und Moses Tanui (alle Kenia) die Boston-Sieger der letzten drei Jahre. Auch Sydney-Triumphator Gezahgne Abera aus Äthiopien war chancenlos. Die 28 Jahre alte Ndereba verfehlte die Boston-Bestzeit der Dreifach-Siegerin Uta Pippig (Berlin/2:21:45/1994), die nach ihrer Doping-Sperre durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) inzwischen für die USA läuft, allerdings deutlich.

Rotterdam lockt mit viel Geld, London mit noch mehr Geld

Obwohl der Kurs in Rotterdam schnelle Zeiten zulässt und eine Weltrekordprämie von 250.000 Euro ausgelobt ist, konzentriert sich das Hauptinteresse auf London, wo die Stars mit einem Etat von etwa zwei Millionen US-Dollar gelockt werden. Neben einem stattlichen Antrittsgeld gibt es 55.000 US-Dollar für die Sieger und 175.000 US-Dollar Weltrekord-Prämie. Tergat,

Ex-Weltrekordler über 10.000 Meter und viele Jahre der härteste Gegenspieler von Weltrekord-Wunderläufer Haile Gebrselassie (Äthiopien), soll mit 200.000 US-Dollar Startgeld geködert worden sein.

In Hamburg geht es bescheidener zu

Beim 16. Hamburg-Marathon mit über 19.000 Teilnehmern geht es vergleichsweise bescheiden zu: Die Sieger erhalten 25.000 Mark. Unabhängig von den Querelen um das Startrecht für den vom Weltverband IAAF wegen Dopings gesperrten Dieter Baumann geht es für die versammelte deutsche Elite um die Weltmeisterschafts-Normen für Edmonton. Sie liegen bei 2:12 Stunden

(Männer) und 2:30 Stunden (Frauen) und wurden bisher nur von Melanie Kraus und Sonja Oberem erfüllt.

Michael Junge, dpa


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