Marathon Äthiopischer Doppelschlag


Der berühmte äthiopische Langstreckenläufer Haile Gebrselassie hat den 33. Berlin-Marathon mit großem Vorsprung gewonnen. Auch die schnellste Frau, Gete Wami, stammt aus Äthiopien.

Langlauf-Legende Haile Gebrselassie aus Äthiopien hat den Weltrekord über die längste olympischen Laufstrecke beim 33. Berlin-Marathon um 61 Sekunden verpasst. Der 33-Jährige feierte über die klassische Distanz von 42,195 Kilometern in der Jahresweltbestzeit von 2:05:56 Stunden zwar einen souveränen Sieg, seinen Angriff auf die Rekordmarke von Paul Tergat (Kenia/2:04:55) vom 28. September 2003 an gleicher Stelle vereitelte aber der wechselnde Wind. "Ich hatte die Chance auf den Weltrekord, aber die letzten fünf Kilometer haben mir wirklich wehgetan, da konnte ich mich nicht mehr steigern. Für eine bessere Zeit war es zu windig", sagte Gebrselassie, der sich um 24 Sekunden steigerte und das siebtbeste Marathon-Resultat aller Zeiten rannte.

Neben seiner Antrittsprämie, die bei 250.000 Euro gelegen haben soll, kassierte Gebrselassie weitere 80.000 Euro. Diese Summe setzt sich zusammen aus 50.000 für den Sieg und 30.000 Euro als Zeitbonus für ein Ergebnis unter 2:06:30 Stunden. "Irgendwann werde ich den Weltrekord brechen", versprach der Äthiopier, der den seit 1999 anhalten Kenia-Siegeszug stoppte.

Auch die beste Frau kommt aus Äthiopien

Im Feld der rund 40.000 Läuferinnen und Läufer aus 105 Ländern sicherte sich bei den Frauen die Äthiopierin Gete Wami in der Landesrekordzeit von 2:21:32 Stunden die Siegprämie vor Salina Kosgei (Kenia/2:23:22). Am Tag zuvor bei den Skatern hatte es italienische Erfolge durch Luca Saggiorato (1:02:25) und Giovanna Tuchiarelli (1:14:02) gegeben, die sich im Spurt vor fünf zeitgleichen Rivalinnen behauptete.

Jana Gegner (Berlin) schaffte als Vierte die beste deutsche Platzierung dieser zwei Tage. Rollstuhlfahrer Heinz Frei (Schweiz) kam bei den Rollstuhlfahrern bereits zu seinem 17. Erfolg in der deutschen Hauptstadt. Sonja Oberem (Leverkusen), EM-Dritte von 2002, musste ihr Comeback-Versuch beim Kilometer 17 mit Oberschenkelproblemen abbrechen.

Beide Sieger aus Äthiopien wurden ihrer Favoritenrolle vor einem Millionen-Publikum an der Strecke gerecht. Gebrselassie, der im Vorjahr in Amsterdam in 2:06:20 gewonnen hatte, wollte von seinen Tempomachern zur Halbzeit auf eine Zeit von 1:02:30 geführt werden, die trotz eines schnellen Beginns aber um 18 Sekunden verfehlt wurde. Trotzdem lag das Spitzentrio in 1:02:48 Stunden 13 Sekunden besser als Tergat bei seinem Weltrekordlauf. Dieser Tempohatz fiel auch Mitfavorit Sammy Korir (Kenia) schon weit vor der Halbzeit zum Opfer. Er war 2003 als "Hase" nur um eine Sekunde von Tergat bezwungen worden und ist damit zweitschnellster Läufer der Welt.

Gebrselassie drückte in dieser Phase aufs Tempo, dem nur noch der Kenianer James Kwambai folgen konnte. Beim 25. Kilometer hatte das Duo 23 Sekunden auf Tergat herausgelaufen, keine fünf Kilometer später musste auch Kwambai passen und gab ebenfalls auf. Der zweimalige Olympiasieger und viermalige Weltmeister über 10 000 m lief nun ein einsames Rennen gegen die Uhr. Nachdem er zeitweise 28 Sekunden auf Tergat herausgeholt hatte, verlor er in der Endphase bei Gegenwind aber die entscheidenden Sekunden.


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