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Einsatz in Libyen: US-Eliteeinheit nimmt Al-Kaida-Führer fest

In Libyen haben US-Spezialkräfte ein ranghohes Mitglied der Terrororganisation Al Kaida gefasst. Ein zweiter Einsatz in Somalia schlug offenbar fehl.

Zwei Wochen nach dem Attentat auf ein Einkaufszentrum in Kenia haben die USA einen Doppelschlag gegen Islamisten in Afrika geführt. Dabei gelang es Spezialkräften, in Libyen ein ranghohes Al-Kaida-Mitglied zu fassen, das maßgeblich an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 beteiligt gewesen sein soll. Damals wurden mehr als 200 Menschen getötet.

Zudem waren US-Soldaten an einem Einsatz gegen die Al-Schabaab-Miliz in Somalia beteiligt. Ziel sei ein "bekannter Terrorist" gewesen, erklärte das Verteidigungsministerium am Samstag in Washington, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Einsatz sei aber fehlgeschlagen, verlautete aus Regierungskreisen. Der gesuchte Extremist sei entkommen.

As the result of a US CT operation, Abu Anas al-Libi is currently lawfully detained by the US military in a secure location outside Libya.— George Little (@PentagonPresSec) October 6, 2013

Bei dem in der libyschen Hauptstadt Tripolis festgenommenen Al-Kaida-Führer handelt es sich den Angaben nach um den in den Vereinigten Staaten angeklagten Abu Anas al Libi (auch bekannt als Nazih Abdul Hamed al Raghie). Aus dem Umfeld Al Libis in Libyen hieß es, der 49-Jährige sei am Samstag nach dem Frühgebet in Tripolis von bewaffneten Männern "entführt worden". Er werde vom US-Militär an einem sicheren Ort außerhalb Libyens gefangen gehalten, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Die US-Regierung hatten eine Belohnung von fünf Millionen Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zu seiner Ergreifung führen. Der TV-Sender CNN hatte bereits vor einem Jahr berichtet, Al Libi sei in Tripolis gesehen worden. Es werde befürchtet, dass er in dem Land einen Ableger von Al Kaida aufbauen solle.

Zweiter Einsatz schlägt fehl

Einen weiteren Überraschungsangriff von US-Kräften gab es in der somalischen Küstenstadt Barawe. Verantwortlich dafür sei ein Team der Eliteeinheit Navy Seal gewesen, sagte ein US-Regierungsvertreter. Ziel sei ein Al-Schabaab-Führer gewesen, der aber weder gefasst noch getötet worden sei. Nachdem die Soldaten einige radikal-islamische Kämpfer getötet hätten, hätten sie sich zurückgezogen, um Opfer unter Zivilisten zu vermeiden. US-Soldaten seien nicht verletzt worden.

Die Zeitung "New York Times" berichtete, das Feuergefecht nahe einer Strandvilla habe länger gedauert als eine Stunde. Die US-Soldaten seien aus der Luft von Hubschraubern unterstützt worden. Laut "NYT" wurde der Einsatz bereits vor anderthalb Wochen als Reaktion auf den Angriff von Al-Shabaab-Kämpfern auf ein Einkaufszentrum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi geplant. Dabei waren Ende September mindestens 67 Menschen getötet wurden. Die somalische Führung sei in die Pläne eingeweiht gewesen, zitierte das Blatt einen Vertreter der Regierung in Mogadischu. Nach Informationen aus somalischen Sicherheitskreisen zielte der Einsatz auf einen aus Tschetschenien stammenden Al-Schabaab-Führer. Dieser sei verletzt, ein Wachmann getötet worden. Polizeiangaben zufolge starben insgesamt sieben Menschen.

Türkei und Großbritannien betreiten Beteiligung

Zuvor hatte die Al Schabaab britische und türkische Spezialkräfte für den Angriff verantwortlich gemacht und von einem toten und mehreren verletzten britischen Soldaten gesprochen. Das britische Verteidigungsministerium erklärte, nichts von einem derartigen Vorfall zu wissen. Das türkische Außenministerium wies die Beteiligung an einem Angriff zurück. Die Al Schabaab richtet sich gegen Kenia, weil Soldaten des ostafrikanischen Landes sich im Nachbarstaat Somalia an einem Einsatz der Afrikanischen Union gegen die Miliz beteiligen.

jwi/Reuters/DPA / DPA / Reuters