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Mehr Sport: Diamond League - Bolt gewinnt die 200 Meter

Superstar Usain Bolt lief wieder allen davon, für die überzeugendste von gleich vier Weltjahresbestleistungen sorgte aber die deutsche Speerwerferin Christina Obergföll: Das herausragend besetzte Diamond-League-Meeting in Paris macht Lust auf mehr.

Superstar Usain Bolt lief wieder allen davon, für die überzeugendste von gleich vier Weltjahresbestleistungen sorgte aber die deutsche Speerwerferin Christina Obergföll: Das herausragend besetzte Diamond-League-Meeting in Paris hat schon einmal Appetit auf die Leichtathletik-WM in gut anderthalb Monaten in Daegu gemacht. Robert Harting gelang im Diskuswerfen mit nur einem gültigen Versuch sogar noch ein zweiter deutscher Sieg.

Bolt gewann auf seiner Lieblingsstrecke von 200 Metern das mit Spannung erwartete Duell mit Europameister Christophe Lemaitre. Nach einer vierwöchigen Wettkampfpause verpasste der Weltmeister und Olympiasieger aus Jamaika seine eigene Weltjahresbestzeit von 19,86 Sekunden allerdings klar. Der 24-Jährige siegte in 20,03 Sekunden vor dem Publikumsliebling aus Frankreich (20,21) sowie dem Amerikaner Darvis Patton (20,59). "Das Rennen war okay. Leider wurde der Start nur mehrfach verzögert", sagte Bolt.

Fotofinish bei den Hürden

Zweiter Höhepunkt vor 49.174 Zuschauern im Stade de France war der Fotofinish-Sieg von Olympiasieger Dayron Robles aus Kuba, der den Hürdensprint ganz knapp vor David Oliver (USA/beide 13,09) gewann.

Obergföll feierte mit dem Meetingrekord von 68,01 Metern bereits ihren dritten Diamond-League-Erfolg in Serie. "Ich freue mich über beides, die Weite und den Sieg. Mit Blick auf die Gesamtwertung zählt der Sieg vielleicht sogar noch ein bisschen mehr", sagte die 29 Jahre alte Offenburgerin. Die Vize-Europameisterin war erst im Frühjahr am Knie operiert worden, besiegte aber erneut die Weltrekordhalterin Barbora Spotakova aus Tschechien (67,57) sowie die bisherige Weltjahresbeste Maria Abakumova aus Russland (65,12).

Obergföll mit der nötigen Lockerheit

"Im Moment habe ich das nötige Quäntchen Lockerheit und Entspannung, weil ich vor der Saison nicht viel erwartet habe", erklärte Obergföll. "Bei der WM muss man aber schon 68 Meter werfen, um eine Medaille zu holen." Genau das sei und bleibe ihr großes Ziel.

Weltmeister Harting warf den Diskus gleich zu Beginn 67,32 Meter weit und leistete sich danach fünf Fehlversuche. Das reichte aber trotzdem zum zweiten Diamond-League-Sieg der Saison vor Europameister Piotr Malachowski aus Polen (67,26) sowie Olympiasieger Gerd Kanter aus Estland (67,24). "Ich hatte nur einen guten Wurf, der Rest war schlecht. Ich habe eine kleine Knie-Verletzung, deshalb hat meine Technik nicht funktioniert, wie ich wollte", sagte der Berliner.

Zum Haare raufen

Neben Obergföll und Harting gab es aus deutscher Sicht aber auch Enttäuschungen im Stade de France. Stabhochspringer Malte Mohr teilte sich mit Fabian Schulze und Raphael Holzdeppe (alle 5,53 Meter) nur den vierten Platz und verlor im Gesamtklassement der Diamond League wertvolle Punkte auf Europameister Renaud Lavillenie. Dem Publikumsliebling aus Frankreich reichten 5,73 Meter zum Sieg.

Hochspringer Raul Spank wurde mit 2,23 Metern sogar nur Neunter und raufte sich die Haare. Europameister Christian Reif erging es im Weitsprung kaum besser, er sprang mit 7,99 Metern auf Rang sieben.

Auch Kugelstoßerin Nadine Kleinert (18,01) und Dreispringerin Katja Demut (14,06) wurden jeweils Siebte. Vize-Weltmeisterin Kleinert war das eindeutig zu wenig, für Demut war im Klasse-Feld nicht viel mehr drin. Auch hier stellte die Siegerin Yargelis Savigne aus Kuba mit 14,99 Metern eine Weltjahresbestleistung auf.

Das gleiche gelang Ex-Weltmeisterin Meseret Defar (Äthiopien) in 14:29,52 Minuten über 5000 Meter und völlig überraschend auch der Tschechin Zuzana Hejnova, die das 400-Meter-Hürden-Rennen in 53,29 Sekunden gewann. "Ich bin geschockt", sagte sie.

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