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NBA Dallas Mavericks holen sechsten Sieg in Folge


Rückstand zur Pause? Die Würfe fallen einfach nicht? Kein Problem für Dirk Nowitzki, der seinen Dallas Mavericks mit einer tollen Leistung in der zweiten Halbzeit zum Comeback und zum 82:75-Sieg bei den Philadelphia 76'ers verhalf.

Dank eines tollen Comebacks in der zweiten Halbzeit haben die Dallas Mavericks in Philadelphia gegen die 76'ers den sechsten Sieg in Serie eingefahren. Beim 82:75 zeigte Dirk Nowitzki einmal mehr, warum er ein All-Star ist und dass ihn viele Experten wohl zu früh abgeschrieben hatten.

76'ers ohne großen Respekt

Philadelphia, eins der Überraschungsteams der Saison, kam mit breiter Brust in das Duell mit dem amtierenden Champion aus Texas, hatte man doch bereits Siege gegen die Los Angeles Lakers, die Orlando Magic sowie die Chicago Bulls feiern dürfen. Und so begannen sie auch das Spiel gegen die Mavericks – ohne Respekt vor den großen Namen und mit viel Selbstvertrauen.

Im ersten Viertel begegneten sich beide Teams noch auf Augenhöhe, bevor die 76'ers im zweiten Abschnitt dann zu einem Zwischenspurt ansetzten. Zwischenzeitlich mit 16 Punkten vorn, betrug die Führung zur Pause 14 Zähler – nicht zuletzt auch, weil allein Nowitzki und Shawn Marion zusammen nur 3 ihrer 18 Würfe trafen.

Nowitzki leitet Comeback ein

Aber die Mavs wären nicht die Mavs, wenn sie nicht auch zu tollen Comebacks fähig wären. Angestachelt von einer Gardinenpredigt ihres Coaches Rick Carlisle in der Halbzeitpause, nahm vor allem Nowitzki in Abschnitt drei das Heft in die Hand und konnte einen 19:2-Lauf für sein Team starten, nach dem die Mavs nie wieder in Rückstand gerieten. 5 von 6 Würfen, davon zwei wichtige Dreier, fanden dabei ihr Ziel. “Die ersten beiden Würfe fielen ganz einfach, und wenn ein Shooter zwei verwandelt, dann schießt er weiter, weil das Selbstvertrauen plötzlich da ist“, so Nowitzki nach dem Spiel gegenüber ESPN.

Aber auch die Defensive der Mavericks spielte plötzlich das, was man in den letzten Wochen so oft gesehen hatte. Während Dallas allein im dritten Viertel auf 24 Punkte kam, konnte Philadelphia in der kompletten zweiten Halbzeit nur 24 Zähler einfahren – das dritte Viertel mit nur 8 Punkten, vier weniger als Nowitzki in diesem Abschnitt, war das schwächste Viertel der 76'ers in der gesamten Saison. Und als amtierender Meister wissen die Mavericks, worauf es ankommt – eine Führung im letzten Viertel zu verteidigen. Allein in dieser Saison hat Dallas 19-mal zu Beginn des letzten Abschnitts geführt – und davon 18 Spiele am Ende auch gewonnen.

Nächster Stopp auf ihrem Roadtrip durch den Osten der Liga ist für die Mavericks das Gastspiel im Madison Square Garden bei den New York Knicks am Sonntag um 19.00 Uhr. 

Phillies Starter mit rabenschwarzem Tag

“Heute Abend ging es nur um Widerstandsfähigkeit und Kampfgeist. 13 Jungs, ein Spiel, und einfach den Job zu Ende bringen – und das haben wir eindrucksvoll geschafft“, so Carlisle auf der anschließenden Pressekonferenz. Neben Nowitzki, der am Ende auf 28 Zähler kam, waren Jason Kidd mit 9 Punkten, 9 Rebounds und 8 Assists sowie Dominique Jones mit 12 Punkten die besten bei den Mavs, die weiterhin auf Jason Terry (Familienangelegenheiten) sowie Delonte West (gebrochener Finger) verzichten müssen.

“Nachdem wir im dritten Viertel so schwach waren, haben wir alle die Köpfe hängen lassen. Das müssen wir abstellen. Vielleicht war heute eine gute Lehrstunde für uns“, so All-Star-Forward Andre Iguodala nach dem Spiel. Bei Philadelphia waren es vor allem die Ersatzspieler Nikola Vucevic (16 Punkte), Thaddeus Young (14) und Lou Williams (12), die das Team bis ins dritte Viertel im Spiel hielten. Die beiden Starting Guards der 76'ers, Jodie Meeks und Jrue Holiday, verwandelten im gesamten Spiel nicht einen einzigen Wurf.

Lin-sanity zumindest bis Sonntag ausgesetzt

Die New Orleans Hornets haben der Liga gezeigt, wie man Lin-sanity stoppen kann. Beim 89:85-Sieg gegen die New York Knicks auf deren Homecourt verteidigten sie gegen Jeremy Lin, der die Knicks in seinen ersten sieben Spielen als Starter zu sieben Siegen in Folge geführt hatte, mit einem tollen Teamgeist und ließen zwar 26 Punkte des Guards zu, forcierten aber auch 9 Turnovers (unnötige Ballverluste) – Höchstwert ligaweit für die komplette Saison.

Lin selber sah das Ganze sehr bodenständig. “Nachdem mir jeder die Lorbeeren für unsere sieben Siege aufgesetzt hat, sollte mir jetzt auch jeder die Schuld an der Niederlage geben“, so Lin zu ESPN. Und vielleicht tut es dem jungen Harvard-Absolventen auch ganz gut, dem Hype ein wenig zu entgehen, der sich in den letzten zwei Wochen um seine Person entwickelt hatte.

Bester bei den Knicks war Amar'e Stoudemire, der auf 26 Punkte und 12 Rebounds kam. Bei New Orleans konnten alle fünf Starter zweistellig punkten. Herausragend dabei war Trevor Ariza mit 25 Punkten sowie 8 Rebounds sowie der eigentliche Ersatzspieler Gustavo Ayon, der auf 13 Punkte und 11 Rebounds kam.

Linsanity gegen Vinsanity – Neuheit gegen Original

Wie auch die Dallas Mavericks haben die Knicks nun einen Tag frei, um sich auf das Duell mit dem Titelträger am Sonntag vorzubereiten. Dann heißt es zum ersten Mal Lin-sanity gegen den ursprünglichen Träger dieses Spitznamens – Vince Carter. Als dieser seine Karriere wie aus dem Nichts in Toronto begann, verpassten ihm die Zeitungen sofort den Namen Vin-sanity – auch aufgrund seiner spektakulären Dunkings.

Besonders bei den Mavericks wartet man bereits gespannt auf dieses Duell, schließlich haben die Mavericks mit Jason Kidd einen routinierten und vor allem defensivstarken Point Guard in ihren Reihen, der es kaum erwarten kann, Lin das Leben auf dem Court schwer zu machen.

New York hofft dabei gleich auf doppelte Verstärkung. Zum einen soll der lange verletzte Forward Carmelo Anthony wieder in der Starting Five stehen – Stand heute konnte er bereits Fitness- und Wurfübungen im Training absolvieren –, zum anderen soll Neuzugang J.R. Smith, der nach Beendigung seiner Saison in der chinesischen Liga als Free Agent verpflichtet werden konnte, dem Wurfspiel von außen neue Impulse verleihen. 

Oliver Stein

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