Neujahrsspringen Zweiter Sieg für den fliegenden Finnen


Janne Ahonen hat auch das zweite Springen der Vierschanzentournee gewonnen. Der Finne siegte in Garmisch-Partenkirchen und fliegt der Konkurrenz weiter davon. Doch auch die deutschen Springer fanden Grund zum Jubeln.

Georg Späth riss jubelnd die Fäuste in den Himmel von Garmisch-Partenkirchen und genoss bei der anschließenden Siegerehrung das Bad in der Menge: Mit seinem dritten Platz beim von Seriensieger Janne Ahonen dominierten Neujahrsspringen der Vierschanzentournee hat der Oberstdorfer einen nachträglichen Silvesterknaller gezündet und den DSV-Adlern den erhofften Befreiungsschlag beschert. "Ich bin erleichtert. Es war wichtig, nach der Pleite von Oberstdorf nicht in ein Loch zu fallen", sagte Späth, der schon im Vorjahr Dritter geworden war.

Ahonen für die anderen unschlagbar

Mit 247,2 Punkten für Sprünge von 120,5 und 118,5 m musste der Allgäuer lediglich dem Tournee-Dominator Ahonen (260,1/124+128) und dem Österreicher Thomas Morgenstern (254,1/119,5+122,5) den Vortritt lassen.

"Alles läuft perfekt", sagte Ahonen, der im Finale nur mit Mühe einen Sturz vermeiden konnte. "Das war eng", bekannte der Finne, der nun neun der zehn Saison-Wettkämpfe gewonnen hat und weiter den Tournee-Rekord von Sven Hannawald mit Siegen in allen vier Springen jagt. "Ich denke, er schafft es", sagte der wegen eines Burn-out-Syndrom pausierende Hinterzartener, dem dieses bislang einmalige Kunststück vor drei Jahren gelungen war.

"Ich habe immer an die Jungs geglaubt"

Der durch einen Magen-Darm-Virus gehandicapte Michael Uhrmann (Rastbüchl) komplettierte als Fünfter mit 236,6 Zählern (118,5+116) das sehr gute Abschneiden der deutschen Springer. "Ich habe immer an die Jungs geglaubt, weil ich wusste, dass sie es drauf haben", erklärte Bundestrainer Peter Rohwein zufrieden. Auch Hannawald, der das Springen für RTL als Co-Kommentator begleitete, zollte Anerkennung: "Hut ab, das war absolut genial. Schön, dass die Mannschaft ihre Leistung abrufen konnte."

In der Gesamtwertung baute Ahonen seine Führung mit 528,5 Punkten vor Morgenstern (492,6) aus. Uhrmann ist mit 479,3 als Sechster bester Deutscher. Späth katapultierte sich mit 463,7 vom 21. auf den 10. Platz vor. "Ich bin sehr froh, dass ich die Trainingsleistungen in den Wettkampf rüber bringen konnte. Die Tournee ist ja nicht gerade gut losgegangen, daher ist die Erleichterung groß", frohlockte der Allgäuer.

Uhrmanns Kampf gegen die Luft - und den eigenen Körper

Bewundernswert war die Leistung von Uhrmann. Der Bayer hatte sich in der Silvesternacht und direkt vor dem Wettkampf mehrmals übergeben müssen und berichtete mit aschfalem Gesicht: "Mein Magen dreht sich von links nach rechts und von oben nach unten." Dennoch begeisterte der 26-Jährige mit seinem Kampfgeist und stellte danach zufrieden fest: "Ich bin froh über mein bestes Saisonergebnis, vor allem weil ich es in einem denkbar schlechten körperlichen Zustand erreicht habe", sagte Uhrmann. "Das ist gar nicht hoch genug zu bewerten", lobte Rohwein.

Schmidt im zweiten Durchgang und auch in Innsbruck dabei

Die ersten Weltcup-Punkte in dieser Saison sammelte Martin Schmitt als 27. "Ich hatte mir mehr vorgestellt. Aber nach der Vorleistung war es ein kleiner Schritt nach vorn", sagte der viermalige Weltmeister aus Furtwangen, der die Tournee fortsetzen wird. "Er wird in Innsbruck starten", erklärte Rohwein. Auch Schmitt schloss einen Ausstieg aus: "Ich bin nicht so total deprimiert und verzweifelt und habe Lust, in Innsbruck zu springen. Die Tournee macht mir immer Spaß", erklärte er nach seinem Finalsprung auf 106,5 m.

Allerdings hing sein Weiterkommen im K.o.-Duell mit Michael Möllinger am seidenen Faden. Mit schwachen 105 m setzte sich der Schwarzwälder mit der Winzigkeit von 0,1 Punkten gegen den in die Schweiz gewechselten Deutschen durch. "Ich habe das nötige Glück ins neue Jahr mitgenommen. Es war gut, dass ich endlich mal in den zweiten Durchgang gekommen bin", sagte Schmitt erleichtert und schickte gleich noch einen Dank an seinen ehemaligen Zimmerkollegen Möllinger hinterher: "Er hat es mir aber auch leicht gemacht."

Eric Dobias und Gerald Fritsche/DPA DPA

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